Manchmal erlebt man Dinge, die sich nie wiederholen sollten. Die man nie vergisst. Niemals. Ein loderndes Flammenmeer raubt dir in nur einem Moment deine gesamte Seele. Es passierte im Sommer 2008. Mit ein paar Freunden fuhren wir aufs Melt, um die Musik, uns und all das, was kommen würde, zu zelebrieren.
Frohen Mutes, glücklich wie Bolle, ausgelassen und albern machten wir uns auf den Weg, um Ferropolis, die Stadt aus Eisen zu erobern. Endlich angekommen. Wir atmeten die Freiheit, unsere Freiheit. Oben wurde es still, der Himmel kleidete sich zu gegebenem Anlass ziemlich unpassend. Negative Vibes, verschwindet doch einfach. Wir haben die Sonne gerufen, wir wollten doch strahlen. Haben wir dann auch.
Wir schluckten Pilze. Zuviel. Um ehrlich zu sein. Anfänglich grummelte es nur in unseren Bäuchen. Unseren Mägen waren so leer, wie die Wodkaflasche von dem Druffi neben uns. Psychoaktive Implosion. Die Drogen gewannen den Battle. Unsere leeren Mägen hat dem nichts entgegen zu setzen.
Die vorhin noch harmlos aussehenden Wölkchen formten sich zu der sogenannten Untergangswolke. Nie werde ich sie vergessen. Ich war mir sicher, sie überrollt uns alle. Die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten zwischen dem von Hulk und den Schlümpfen. Verstörung machte die Runde.
Wir schluckten Angst. Neben der immer näher rückenden Befürchtung, nicht reinkommen zu können, und der Konfusion, vor der gigantischen Aggro-Wolke aufgefressen zu werden, war unser primärer Gedanke: “Warum haben wir anstatt der Pilze nicht einfach nur ‘ne Scheibe Brot gekaut?”
Trotzdem schoss uns der Schweiß aus allen Poren. Freistil im Panikmodus. Da geht direkt vor dir die Welt unter und was machst du? Du fängst von Minute zu Minute an schneller zu atmen. Du überschlägst dich innerlich. Ein Hamster im Laufrad ist dagegen ein auf Valium gechillter Sonntags-zu-Hause-Bleiber.
Es wurde immer enger, nichts bewegte sich. Panik als Momentum. Duisburg-Effekt. Der Himmel ließ endgültig den schwarzen Vorhang fallen. Die ersten Tropfen perlten von der Nasenspitze. Eine undefinierbare Beklemmung schlich sich in unsere Gemüter. Wir waren verloren. So fühlte es sich zumindest an. Noch nie habe ich soviel Angst in den Augen meiner Freunde gesehen. Mann, waren wir drauf.
Plötzlich hieß es, wir kämen nicht mehr rein. Zu viele Menschen. Besoffene Engländerinnen stürmten den kompletten Eingangsbereich. Was hier passierte war schlicht und einfach Fail-Management. Die Organisatoren des Festivals rechneten nicht mit diesem düster druffen Ansturm von einer derart partygeilen Meute. Unberechenbar schien der Wille jedes Einzelnen. Verstörte Blicke von allen Seiten trafen sich und sprühten den kompletten Hass. Hass auf sich selbst, Hass auf alles. Es fing an zu regnen, zu gießen.
Und die Welt ging noch einmal unter. Aber diesmal richtig. Aufgebrachte Stimmen, enttäuschte Gesichter. Wir kommen heute nicht mehr rein. Verzweifelte Blicke trafen sich wie Laserstrahlen. Jetzt war man sich selbst der Nächste. Das war’s. Freitag. Komplettes Line-Up am Arsch. Als wäre das Wetter höchstpersönlich vom Teufel gesteuert, fühlten wir die Trauer, tiefer als je zuvor. Bullshit. Bollocks. Fuck. Shit. Ich geh’ sterben. Es war, wie es war. Wir mussten zurück zum Zelt. Zuflucht suchen und das Geschehende verarbeiten. Der Weg dahin war erst der Anfang. Im Zelt fing das eigentliche Trauerspiel erst an.
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…..gäääähn….
wo bin ich?… ach, beim lesen eingeschlafen
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kennt hier jemand die Gänsehaut KinderGruselbücher aus den 90ern? der Text erinnert daran..
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Das Foto ist allerdings genial
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Sieht nachm Melt ’10 aus
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Also ich hab nen Hurriance miterlebt, das war schon eher was ;)
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krasses pic! :)
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