Ich bin seit jeher ein großer Fan von Männern, die aus narzisstischer Kraft und einer Prise Kreativität etwas Eigenes geschaffen und das ökonomische Umfeld aufgrund ihrer Andersartigkeit über den Haufen geworfen haben. Natürlich wegen der Vorbildfunktion, die sie für mich darstellen. Weil sie meinen Traum leben. Steve Jobs mit Apple. Karl Lagerfeld mit sich selbst. Und Dov Charney mit American Apparel.
Die letztere Firma galt für mich immer als Paradebeispiel der “Fuck You”-Lebensart. Nicht weil ich die Klamotten besonders toll fand. Oder nur wegen den nackten Mädels auf den Plakaten. Sondern weil das Unternehmen ganz der Strichführung von Dov Charney unterlag, der wortwörtlich auf die konservativen Regeln der Modebranche geschissen hat und das tat, was er für richtig hielt.
Mit Kampagnen wie Legalize LA und Legalize Gay setzte sich der gebürtige Kanadier für die Rechte von amerikanischen Einwanderern und Homosexuellen ein, deren T-Shirt-Erlöse an Hilfsorganisationen gingen. Er zahlte seinen Mitarbeiten ein überdurchschnittlich hohes Gehalt, durchbrach gekonnt die Grenzen zwischen Seriosität und Pornografie und zog auch schon mal selbst blank, wenn es denn sein musste.

Dass Dov Charney eine perverse Sau ist dürfte kein Geheimnis mehr im Modezirkus sein. Das ist das gleiche Spiel wie bei Terry Richardson und macht ihn mir auch tatsächlich sympathischer. Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gab es zuhauf, die Mischung aus jugendlichen Amateurmodels und professionellen Pornodarstellerinnen in den hellen Anzeigen formt das Bild. Doch jetzt hat er es wohl endgültig übertrieben.
Irene Morales aus Brooklyn war Mitarbeiterin in einem American-Apparel-Store und verklagt dessen Chef nun auf 250 Millionen Dollar. Der 42-Jährige soll die Schülerin kurz nach ihrem 18. Geburtstag zu sich nach Hause eingeladen und dort mehrere Stunden sexuell missbraucht haben, nachdem er sie zuvor permanent gestalkt und zu Nacktfotos gezwungen hat.
Sollte das New Yorker Gericht dem Teenager Recht geben, wäre dies wohl das Ende für American Apparel oder zumindest seinen CEO. Denn nachdem das Unternehmen dank Missmanagement seit Jahren keinen Gewinn mehr einfährt, spekuliert die Branche über einen baldigen Abgang von Dov Charney, wenn das Modelabel nicht mit ihm gemeinsam untergehen möchte. Und das wäre ja dann doch irgendwie tragisch.
Schreibt uns eure Meinung
-

Pokémon für's iPhone - Pika Pikachuuuuuuu
Heute habe ich eine Stunde meines Lebens damit verbracht, mir zu überlegen, wie viel ich...
-

Charlotte Free - Achselhaare, Baby
Es ist wirklich keine Schande, die folgenden Worte zu schreiben und ganz offen zuzugeben:...
-

Matthias Schweighöfer - Zeig’ uns deinen Penis!
Unzählige Arbeitgeber erleiden heute den Haarausfall ihres Lebens, wenn sich ihre Angeste...
-

Skrillex - Bangarang
War ja klar. Skrillex fand es so großartig, dass wir erst vor wenigen Tagen in seinem Pri...
-

Kleinstadtgedanken - Kneipen, Fummeln, Nostalgie
Kleinstädte tragen ihren Namen nicht ohne Grund. Und jedes auch nur irgendwie erdenkliche...






:(
Dass AA seit “Jahren” keinen Gewinn mehr einfährt, ist falsch.
Bilanz 2009
2009: 1,1 Mio $ Net Income
2008: 14,1 Mio $
2007: 15,5 Mio $