Nackter Rotschopf im Interview
Foto: Mr. Glass
Hattie Watson
Nackter Rotschopf im Interview
Marcel Winatschek  /  Mittwoch, 15. Dezember 2010

Das Fotomodel Hattie Watson aus dem etwas prüden Texas gehört mit ihrem jungen Alter, den roten Haaren und dieser grandiosen Menge an bezaubernden Sommersprossen zu den aktuellen Lieblingen der visuellen Szene. In ihrem breit gefächerten Portfolio befinden sich allerlei bekannte Namen, vor deren Kamera sie bereits das ein oder andere Mal über die Strenge schlagen durfte und für die sie sich nicht zu schade war, auch mal mehr Haut als nötig zu zeigen. Mit AMY&PINK spricht die 24-Jährige nun exklusiv über ihre amerikanische Kindheit, nerdige Vorlieben und onanierende Fans.

Als Model kommst du ja viel in der Welt herum. Wo warst du schon überall und was für verrückte Dinge sind dir auf deinen Reisen passiert?

Ich war an der West- und der Ostküste, bin durch den Mittleren Westen und fand mich Süden wieder. Momentan bin ich London und das ist mein erstes Mal in Übersee. Es wäre aber schön, wenn ich noch viel mehr reisen könnte, solange ich hier bin. Allzu verrückte Sachen sind mir aber noch nicht passiert. Es geht eher ganz normal zu. Trinken, Freunde, Tanzen, viele Shootings. Einmal habe ich mich mit einem Typen bei einer Show in Seattle geprügelt – das war’s aber auch.

Wie bist du denn zum Modeln gekommen und was hat dich dazu bewegt, dich auch noch ohne Klamotten fotografieren zu lassen? Kritisieren dich Menschen dafür und wie weit würdest du mit dem Ganzen überhaupt gehen?

Eigentlich wollte ich das schon immer machen. Als ich noch jünger war, musste ich mich zwischen Modeln und Sport entscheiden – und ich wählte das Zweite. Später arbeitete ich dann in einem Fotostudio und der Fotograf wollte plötzlich, dass ich mich als Model vor die Kamera stelle. Ich habe auch nicht gleich damit angefangen, mich ohne Klamotten ablichten zu lassen und so richtig viele Nacktaufnahmen lasse ich auch gar nicht von mir machen. Es kommt auch eher selten vor, dass ich für meine Arbeit kritisiert werde und langsam aber sicher entferne ich mich auch wieder davon, mich unbekleidet zu präsentieren. Ich möchte mehr in die Mode- und Magazinecke und würde gerne mit verschiedenen Designern arbeiten.

Glaubst du, dass es leicht verdientes Geld ist, sich nackt fotografieren zu lassen oder muss man dazu schon mehr drauf haben, als viele denken? Und findest du es nicht komisch, wenn sich fremde Typen bei deine Fotos einen runterholen?

Ich glaube definitiv nicht, dass es leicht verdientes Geld ist. Es kommt darauf an, wer du als Person bist. Manche Menschen können sich über längere Zeit nackt präsentieren, andere können das wiederum nicht. Ich fühle mich dabei eigentlich ziemlich wohl, aber du kannst nur so viele Nacktshootings machen, bis es langweilig wird. Für mich persönlich hat es jedenfalls langsam seine Grenzen erreicht. Und ob ich Typen mit meinen Fotos anmache? Ganz ehrlich: Männer macht doch alles irgendwie an. Sie sind Männer! Das ist doch nicht schwer, ich bräuchte mir nur eine Zigarette in den Mund stecken oder Zöpfe flechten lassen und die würden abgehen. Und das trotz Klamotten an. Jeder hat seine bestimmten Vorlieben und Nacktheit ist nicht das Einzige, was Männer lieben und sie anturnt. Du würdest überrascht sein, wie viele ganz andere Dinge mögen, außer nackt zu sein.

Hattie Watson

Ich liebe rote Haare und Sommersprossen, weil sie Mädchen irgendwie natürlicher und spezieller wirken lassen. Warst du schon immer stolz darauf so auszusehen oder wurdest du dafür früher schon ein wenig gehänselt?

Ich habe meine roten Haare schon immer geliebt. Das galt aber weniger für meine Sommersprossen. Denn tatsächlich wollte ich eher immer eine klare Porzellanhaut haben. Aber womöglich verliehen sie einem Menschen erst Charakter. Und natürlich haben sich manche Kinder über mein besonderes Aussehen lustig gemacht, als ich noch ziemlich jung war. Ich glaube aber ganz ehrlich, dass ich durch diese Eigenschaften mehr Vor- als Nachteile habe.

Du hast viele großartige Tattoos auf deinem Körper. Wie viele sind es genau und haben sie eine besondere Bedeutung?

Momentan besitze ich neun Stück. Aber nicht alle von ihnen haben eine besondere Bedeutung. Sie sind einfach Teil meiner Persönlichkeit, der Dinge, die ich mag und genieße. Eine spezielle Botschaft besitzen sie jedenfalls nicht. Wenn ich erst einmal mehr Geld habe, werden natürlich noch weitere dazu kommen. Am liebsten möchte ich mir beide Arme tätowieren und einen Geier auf meinem Oberschenkel verewigen lassen. Mein erstes Tattoo war das auf meinem Bauch: “Go big or go home”. Sehr Texas-like glaube ich.

Wie ist es so in den USA zu leben und was gefällt dir am besten? Glaubst du, dass du vielleicht auch mal woanders wohnen könntest?

Naja, es sind eben die USA. Keine Ahnung, wie ich dir das genauer erklären soll. Ich war schon viel unterwegs und kein Ort hier hat mich bislang wirklich enttäuscht. Wie sich die Landschaften hier ständig verändern, das liebe ich einfach. Mehr als alles andere – und das Wetter. Ich stehe auf die Nationalparks und würde gerne noch viel mehr von ihnen besuchen. Dafür muss ich mir wirklich mehr Zeit auf meinen Reisen nehmen. Ich könnte mir auch gut vorstellen hier in London oder irgendwo anders in Europa zu leben. Aber noch habe ich zu wenig von diesem Teil der Erde gesehen, um das wirklich sagen zu können.

Hattie Watson
 
Was sind so deine Lieblingsbands und schaust du auch gerne Filme?

‪Also momentan sind meine Lieblingsbands ganz klar ‬Tom Waits, Cat Power, Band of Horses, Bon Iver, Beirut und Air. Filme… hm… Um ehrlich zu sein, habe ich in letzter Zeit keinen einzigen gesehen. Die letzten, die ich irgendwie mochte, waren “Cashback”, “Me Without You” und sicherlich noch ein paar andere, die mir aber jetzt nicht einfallen wollen.
 
Wie sieht eine perfekte Nacht für dich aus?

Ich bin total die relaxte Person und liebe es zu chillen. Also wenn es nicht nur darum geht ein bisschen zu trinken und mich mit meinen Freunden zu treffen, stehe ich auch total darauf, einfach mit tollen Menschen tanzen zu gehen. Allerdings genieße ich es auch sehr wie ein kleiner Nerd an meinem Computer zu Hause zu sitzen. Ich vermisse meine Videospiele…

Wie wichtig sind dir deine Fans und was ist es für ein Gefühl, wenn es so viele Menschen da draußen gibt, die deine Fotos mögen? Was bekommst du so für Mails?

Meine Fans sind mir das Allerwichtigste im Leben. Alle meine kleinen Creepster… Ohne sie würde ich nicht dort sein, wo ich heute bin. Ich liebe es so sehr, dass mich so viele Menschen unterstützen und meine Arbeit würdigen. Und tatsächlich bekomme ich manchmal auch Mails von Mädchen. Die sind dann meistens sehr nett und höflich. Anders als die perversen Typen, die mir ständig Schweinkram schicken. Aber über die lache ich meistens und dann lösche ich sie.

Hattie Watson

Wenn du dir das perfekte Shooting für dich aussuchen könntest, wie würde es wohl aussehen?

Ich würde ja sehr gerne etwas für Zeitschriften oder kleine Geschichten mit jemandem machen. Entweder total einfach oder eben wirklich abgedreht und gruselig. Total hässliche Fotos sind doch auch geil. Von Mädchen, die umwerfend gut aussehen und dann Dinge machen, die keiner von ihnen erwartet hätte.

Was sind die Pläne für die Zukunft und was würdest du Mädchen raten, die in deine Fußstapfen treten wollen?

‪Momentan arbeite ich daran mehr für Magazine fotografiert zu werden und vielleicht auch auf deren Covers zu kommen. Das ist irgendwie eine Art Ziel für mich. Es würde mir aber auch gut gefallen, für verschiedene Modelabels zu arbeiten. Und anderen Mädchen kann ich nur das ans Herz legen, was Winston Churchill einst von sich gab: “‬Nie, nie, niemals aufgeben!”

Wir danken Hattie Watson für dieses tolle Interview und wer mehr über den bezaubernden Rotschopf erfahren möchte, der kann die Amerikanerin Tag und Nacht bei Tumblr, auf Twitter oder auch über Facebook stalken.

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Über den Autor

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

10 Kommentare

  • Gabriel Maria Platt sagt...

    oh das war schwer für marcel…

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  • Irgendwie sind das so typische “Fanboy”-Fragen…

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    Marcel sagt...

    Tatsächlich hatten wir noch mehr Fragen gestellt, persönliche wollte sie aber aus Gründen nicht beantworten.

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  • “Ich möchte mehr in die Mode- und Magazinecke und würde gerne mit verschiedenen Designern arbeiten.”

    irgendwie hab ich das gefühl, sie macht die nacktfotos nicht wirklich gerne.

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  • Hi Daniel sagt...

    mein lieber herr gesangsverein

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  • Jojo sagt...

    “Momentan arbeite ich daran mehr für Magazine fotografiert zu werden und vielleicht auch auf deren Covers zu kommen. Das ist irgendwie eine Art Ziel für mich.”

    WOW, ein genialer Plan für die Zukunft: Mehr für Magazine fotografiert zu werden!

    Die Tatoos find ich hässlich – ohne wäre sie ja wirklich sexy!

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  • vEnoMaZn sagt...

    ich find die hawt :!

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  • mixen sagt...

    wenn as dach rost, is da kella feicht!

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  • anna sagt...

    suesses maedel, aber bitte ohne tattoos

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  • lui sagt...

    Ein perfektes Beispiel, wie Tattoos eine wunderschöne Frau verhunzen können.

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