Als ich klein war, war ich wohl das, was man landläufig als verwöhnte Göre bezeichnet. Mein Zimmer war eine beschissene Deluxe Version von Toys ‘R’ Us. Ich hatte so ziemlich alles, was es Anfang der 90er so auf dem Spielwarenmarkt zu erwerben gab. Ich besaß nicht nur das größte Barbie-Traumhaus, sondern auch das zugehörige Auto, den Pferdestall, den Reisebus und das Motorboot. Ich hatte zwei Kisten voller Legobausteine, eins dieser ferngesteuerten Rennautos, eine Armee von Kuscheltieren, so viele Baby-Born-Puppen, dass meine Eltern oft Schwierigkeiten hatten, mich auf Anhieb in meinem Zimmer zu entdecken und eine ganze Masse an Action-Figuren. Doch nichts hat mich glücklicher gemacht, als ein winzig kleiner, digitaler Minibildschirm, umrahmt von einem durchsichtigen, gelben Plastikei. Das Tamagotchi.
An eines ranzukommen war verhältnismäßig einfach. Wie alles, was ich haben wollte, starrte ich es einfach eine halbe Ewigkeit lang traurig an. Bis Papa seufzend aufgab und das Ding auf die Kasse legte. Ich weiß noch, dass ich mit dem Auspacken warten musste, bis wir uns in ein Café gesetzt und eine Cola bestellt hatten. Die Plastikverpackung ging ziemlich schwer auf, wir fragten die Bedienung nach einem Messer. Und dann drückte ich den Knopf und es erwachte zum Leben. Magisch. Ich war fasziniert und glücklich.
Endlich bekam ich das Haustier, welches mir aufgrund jahrelangen allergischen Asthmas verwehrt geblieben war. Ich konnte mein kleines gelbes Küken immer bei mir tragen ohne Gefahr zu laufen, einem anaphylaktischen Schock zu erliegen. Ich liebte es abgöttisch. In der Schule war ich eine der Ersten, die ein Tamagotchi besaßen, Doch schon bald hatte sich gesamte 2a mit den kleinen Dingern ausgestattet und wir verbrachten viele glückliche Stunden, eingelullt in ein regelmäßiges, sanftes Piepsgeräusch, das jede Aufnahme von Unterrichtsstoff unmöglich machte. Wir stopften sie mit kleinen Snacks voll, legten sie schlafen, gaben ihnen Spritzen und räumten solange bergeweise Tamagotchi-Scheiße weg, bis man uns die Dinger verbieten musste.
Für unseren Aufstieg in die Eliteschulen des Landes war das durchaus förderlich, für die armen Tamagotchis aber war es der Anfang vom Ende. Langsam setzte die Verwahrlosung der kleinen Scheißer ein. Schon bald herrschte auf den Displays der gleiche Zustand wie in den Kinderzimmern von Mandy-Serafina und Jeremy-Pascal. Eines Tages kam ich von der Schule und mein kleines Küken hatte sich in einen niedlichen Engel verwandelt. Ich brauchte ca. drei Stunden um zu verstehen, dass es sich nicht weiterentwickelt hatte sondern schlicht und ergreifend verreckt war.
Ich wünschte mir zum Geburtstag ein neues. Mittlerweile gab es eine verbesserte Generation mit viel niedlicheren Tieren. Mama und Papa wollten mir keins kaufen. Ich glaube, sie wollten mir beibringen, dass sich richtige Tiere nicht einfach mit einem Reset-Knopf wiederbeleben lassen. Ich bekam stattdessen ein Aquarium. Fische, ha? Die langweiligsten Hausiere aller Zeiten. Die einzigen Freunde des tierhaar-allergie-plagten Kindes. Ich tötete sie bereits am dritten Tag. Keine böse Absicht, ich leerte nur beim Versuch sie zu füttern eine ganze Dose Fischflocken ins Wasser. 20 Minuten später schwamm der Erste mit dem Bauch nach oben. Mama und Papa spülten jeden einzelnen die Toilette herunter. Vierzehn mal mussten sie spülen. Dann gingen sie los und kauften mir ein neues. Nein, kein Aquarium. Ein Tamagotchi. Sie hatten dazugelernt. Ich war glücklich. Und beging nie wieder einen Zierfischmord. Danke Bandai.
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Hey das mit den Fischen kommt mir unglaublich bekannt vor.
Allerdings habe ich Tamagotchis gehasst wie die Pest, weil sie bei uns in der Gegend der Inbegriff des dämlichen, asozialen Kindes waren…
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oh gott, jetzt habe lust, sofort batterien zu kaufen und mein altes ding wiederzubeleben.
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na vielen Dank.
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Früher Tamagotchi, heute iPhone. So viel zu “magisch”.
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Ich hatte nie eins. Ich wollte phasenweise mal eines, aber meine Eltern waren dagegen. Also sparte ich immer ein paar Pfennige von meinem Mittagessen, keine Mayo auf die Pommes oder Leberkäsebrötchen statt Döner oder Wassereis statt Vanille-Schoko. Und irgendwann hatte ich das Geld beisammen, rannte in den Laden und…kaufte mir stattdessen irgendein GameBoy-Spiel.
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@stiller: Awww <3
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ICH WILL IMMER NOCH SO EIN DING!
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<3
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Ich hatte auch nie eins. :(
Dafür hatte ich meinen Tierersatz beim Lego Zoo.
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texte von ines und sarim sind die besten hier ;)
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Fische, das wäre was gewesen. Halb so schlimm. Ich hatte eine Katze. Ich mag keine Katzen. (Nein, nicht was ihr jetzt denkt…)
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Gibt es einen Tamagotchi App?
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Will auch so eins. Hatte nie eins bekommen. :/
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ich brauche unbedingt wieder eines O_O
@jeffree: ja gibt es, aber die ist müll. viel zu vollgestopft. gibt allerdings einige pet-apps
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Meine Schwester hatte eins. Sie hat es aktiviert, bevor wir in den Urlaub in die USA geflogen sind. Sie hat die 9 Stunden Zeitunterschied nicht bedacht. Das Ding hat jede Nacht um etwa drei Uhr nach Frühstück geplärrt. Da hab ich es kaputt gemacht.
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Die Dinger waren so nervig in der Schule :D
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Damen Handtaschen
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“oh gott, jetzt habe lust, sofort batterien zu kaufen und mein altes ding wiederzubeleben.” ja, geht mir genauso…
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ich hab ja erst anaLphylaktischen Schock gelesen, bis mein versautes Gehirn bemerkt hat, das da was nicht stimmen kann…
ach ja ich hatte nie ein tamagotchi, weil mich das komischerweise kein bisschen interessiert hat.
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