Veröffentlicht: Montag, 9. August 2010
Mein Vater hatte während meiner Kindheit das amerikanische Time Magazine abonniert. Ich blätterte immer durch die Zeitschrift und schaute mir die Bilder an. Eines Tages blieb ich an einem Foto hängen. Und vergaß es nie. Das Bild eines verhungernden sudanesischen Mädchens, hinter dem bereits ein Geier lauert, brannte sich in meine Netzhaut ein und ist wohl neben der Benetton-Werbung mit der blutigen Uniform das prägendste Bild meiner frühen Jugend.
Kevin Carter wurde auf tragische Weise über Nacht zum Popstar. Sein Bild des kleinen sudanesischen Mädchens ging um die Welt und bescherte ihm nicht nur einen ungewollten, zweifelhaften Ruhm, sondern auch viel Kritik. Kevin Carter war Mitglied des Bang Bang Clubs, einer Gruppe von Fotografen, die in den frühen 90ern dahin ging, wo es weh tat und das Leid dieser Welt dokumentierte. Bekannt wurden sie vor allem durch ihre Reportagen aus den Townships während der Apartheid. Wie gefährlich diese Aufträge waren verdeutlicht das Schicksal von Ken Oosterbroek: Während einer dieser Reportagereisen wurde Kevin Carters Kollege unter bis heute ungeklärten Umständen erschossen.
2010 erscheint nun die Verfilmung der spannenden Geschichte des Bang Bang Clubs. Ein Kinobesuch dürfte für alle Fotografie-Interessierten Pflicht sein, für mich sowieso, und nicht nur wegen der göttlichen Malin Akerman. Das Ende kann verraten werden. Kevin Carter verkraftete sein Leben nicht und bereitete ihm ein Ende, nur zwei Monate nachdem er für sein umstrittenes Foto mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden war. Seine Abschiedsworte fassen sein so kurzes wie spektakuläres aber eben auch sehr tragisches Leben erschütternd zusammen:
„Der Schmerz des Lebens übersteigt die Freude in einem Maße, dass keine Freude mehr existiert. … [Bin] deprimiert … ohne Telefon … Geld für Miete … Geld für Unterhaltszahlungen … Geld für Schulden … Geld!!! … Ich werde verfolgt von Erinnerungen an das Morden, an die Leichen, an die Wut, an den Schmerz, … an verhungernde und verwundete Kinder, an schießwütige Irre — oft Polizisten, an Exekutierer von Killern … Ich bin gegangen, um — wenn ich Glück habe — bei Ken zu sein.“
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Ich erinnere mich an das Bild und selbst 17 Jahre später kann ich es mit Worten nicht beschreiben. Danke für diesen Tipp, werde den Film def. anschauen.
taylor kitsch – boycrush no. 1!
Danke für den Tip!
Welch zufall der Bang Bang Club ist Thema meiner Bachelorarbeit