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Die Alben der Woche
Foto: AMY&PINK
Der akustische Orgasmus
Die Alben der Woche
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Mittwoch, 14. Juli 2010

M.I.A. – /\/\/\Y/\: Die heute 34-Jährige läutete für uns alle ein neues Zeitalter in Sachen Musikverständnis und Coolness ein und kein Album wurde so sehnlichst erwartet wie der Nachfolger zu “Arular” und “Kala”. Und dann so etwas. Kaum in den illegalen Ecken des Netzes zu finden, wurde das Elektro-Machwerk “/\/\/\Y/\” enttäuscht zerrissen, gesteinigt und von einer Klippe geworfen. Zurecht? Ja. Anstatt frische musikalische Einflüsse mit legendärer M.I.A.-Power zu füllen, verkopft sie sich in einem experimentellen Drogenrausch und langweilt vor sich hin. Aber wer’s nicht gehört hat, der darf auch nicht mitreden. Anspieltipps: “Born Free” und “XXXO“.

Bombay Bicycle Club – Flaws: Ein wenig scheint es, als hätte man die Jungs vom Bombay Bicycle Club nach dem grandiosen “I Had The Blues But I Shook Them Loose” mit depressiven Ökofritzen ausgetauscht, vor deren Augen man beim Musizieren kleine Kätzchen und ihre Großmütter mit einem Besenstiel vergewaltigt hat. Denn so eine routinierte Weichei-Sentimentalik ist selbst bei Liebeskummer gepaart mit Selbstmordgedanken kaum auszuhalten. Traurig, und das nicht im eigentlichen Sinn. Anspieltipps: Hört sich alles vollkommen gleich an, deswegen “Ivy & Gold“.

Wolf Parade – Expo 86: Wenigstens die Jungs aus Montreal verschaffen uns diese Woche einen kleinen Hoffnungsschimmer und präsentieren mit ihrem dritten Album “Expo 86″ zwar keine durchzechte Partyscheibe, aber zumindest eine Wahrheit, an die man glauben darf. Dass gute Rockmusik mit atmosphärischen Keyboards doch noch zu etwas gebrauchen ist. Gut gemacht, Wolf Parade. Anspieltipps: “Ghost Pressure” und “Little Golden Age“.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

5 Kommentare

  • lea sagt...

    bei bombay bicycle club stimme ich absolut zu! ich hätte es nur nicht so anschaulich beschreiben können.

  • oh ja, /\/\ /\ Y /\ – was hab ich mich drauf gefreut… nun ist es endlich bei spotify verfügbar… höre gerade den fünften track und bin doch sehr enttäuscht… hoffen wir aufs nächste!

  • Yasmin sagt...

    muss ich alles abchecken. aber erst nächste woche wenn ich wieder bei klarem verstand bin (klarer verstand…bin ich behämmert?! gibts nicht :D)

    neues m.i.a. soll ja kacke sein, ne?

  • Markus sagt...

    Naja also ich finde das neue Album eher enspannt und nur bedingt langweilig. Gerade Titel wie “it takes a muscle” haben trotz allem ihren eigenen Charm. Unterm Strich nicht das was ich von der guten erwartet habe aber trotz allem nicht unbedingt ein schlechtes Album.

  • Nel sagt...

    Bombay Bicycle Club ist derzeit meine absolute Liebingsband, auch wenn Ich die depressive Ökotonik eigentlich bevorzuge.
    Trotzdem sehr sehr tolles Album!

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