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Kugeln im Kopf
Foto: AMY&PINK
Die Kunst der Erinnerungen
Kugeln im Kopf
Von Hannah Maria Paffen
Veröffentlicht: Montag, 5. Juli 2010

Es gibt wenige Dinge, die uns unser ganzes Leben begleiten. Da gibt es zuerst den Kindergarten, die Grundschule, dann kommt die weiterführende Schule, zwischendrin ist man dann aber auch schon zwei Mal umgezogen, die Oma ist gestorben und der Hund wurde von der Straßenbahn erfasst. Dinge, die irgendwie ganz normal sind. Es ist normal Freunde zu haben, die dich ein Stück auf deinen Weg begleiten, um sie in einem anderen Lebensabschnitt wieder durch neue zu ersetzen. Lebensgefährten, Partner, Ehemänner und Frauen kommen und gehen, aber eine Garantie, dass sie bleiben, haben wir nicht.

Immer ist das Risiko mit dabei und wir wissen nicht wie lange die jetzige Situation anhält, bis dann schließlich ein guter Freund seine oder die Schwester ihre Koffer packt um in einem anderen Land zu studieren. Fast unendlich oft müssen wir uns in unserem Leben von Kleinigkeiten, Gewohnheiten und Bedürfnissen verabschieden. Ein Prozess, welcher schon früh anfängt, damit uns solche unangenehmen Situationen in Zukunft nicht vernichten.

Was bleibt sind die Erinnerungen an eine Situation, einen Menschen, ein Gefühl oder Geruch. Ein Bild, welches in unserem Kopf kleben bleibt, weil wir daran festhalten, weil uns diese Situation bereichert hat und wir sie nicht herschenken möchten. Manchmal schneiden wir uns mit solchen Gedanken ins eigene Fleisch, manchmal fließen heiße Tränen bei längst Vergangenem über das Gesicht und manchmal fangen wir lauthals an zu lachen, zu schmunzeln oder zu grübeln.

Der ganze Gedankenbrei ist oben in unserem kleinen Gehirn fest verankert. Fast so wie in “Die unendliche Geschichte”, wo die Erinnerungen in kleinen Glaskugeln herumschwirren, nur dass, wenn wir uns etwas wünschen, keine der Glaskugeln zerbricht. Trotzdem halten wir an manchen Erinnerungen sehr stark fest, manchmal wäre es besser, wenn wir unsere Glaskugeln fallen lassen, so dass die Erinnerung verrinnt und im Alter verschwinden sie dann meistens ganz von alleine, ohne dass wir dagegen etwas tun könnten. Was wir meistens wohl vergessen ist, dass es noch viele weitere Erinnerungen in Zukunft abzuspeichern gibt und deswegen sollten wir die schönen Momente nutzen, um sie auszukosten und die schlechten dazu gebrauchen, um etwas aus ihnen zu lernen.

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Über die Autorin

Hannah lebt zur Zeit in Kempten, studierte Modedesign und widmet sich nun der Betriebswirtschaftslehre, um die Pflichten einer angehenden Weltherrscherin perfekt umsetzen zu können. Ihr größter Traum ist es, in naher Zukunft in einem billigen Horrorfilm mitspielen zu können. Als taffe Vampirjägerin. Oder modriger Zombie. Mal gucken. Alle Artikel von Hannah lesen oder eine eMail schicken.

4 Kommentare

  • Andi Licious sagt...

    Schöner Text … so normal, so gewöhnlich, so einfach und doch manchmal auch irgendwie schwierig, wenn der winzige Funken in die Vergangenheit springt und man sich kurzfristig wieder an diese Gedanken klammert. Aber irgendwann kommt dann auch wieder Sonne, nach einem kurzen Regenschauer.

    Rückwärts kommt man nur ins stolpern und fällt meist ungeschickt.

  • Mike sagt...

    Gerade wie du als letztes sagst, so schlimm diese Erinnerungen auch sind, wir wachsen daran. Besonders einige wenige schlimme Erfahrungen sind gerade in jungen jahren unerlässlich.

  • rubia sagt...

    Spontan dazu eingefallen:
    Das Leben will vorwärts gelebt werden, aber verstehen können wir es nur rückwärts …

  • cleison sagt...

    Hi Hannah,

    wanted to make a suggestion

    plugion you could put a translator on the blog because I do not understand some words, congratulations germany

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