Veröffentlicht: Montag, 26. Juli 2010
Das Problem mit der Blümchentapete wurde einigermaßen behoben, gelöst ist es dennoch nicht. Soll mir aber Wurst sein, denn die Zeit ist gekommen um Abschied von der Burg in der Drachenseestraße zu nehmen. Der letzte Tag in meiner alten Wohnung steht bevor und es gibt für mich gerade wohl keinen besseren Zeitpunkt, als jetzt mit meinem Leben hier abzuschließen und im September irgendwo neu anzufangen. Hier wurden die letzten Wochen Möbel verrutscht, haufenweise alte Dinge weggeschmissen, Kisten gepackt und auch in mir drin sah es nicht anders aus. Zeit, eine etwas andere Kiste zu packen. Eine Kiste mit guten und schlechten Erinnerungen, Krimskrams und seelischen Müll.
Ich packe ein: Meinen Einzug und das unglaubliche Gefühl unbesiegbar zu sein, meine ersten zwei Mitbewohnerinnen Gisi und Clara, das viel zu kleine Badezimmer, den Backofen, der viel zu schnell viel zu heiß wird, mein großes Fischglasfenster, meine Nachbarin mit dem Putzfimmel, mein altes Fahrrad, welches ich nur selten benutzt habe, Nähmaschinen, eine ganze Portion Druck, das Gefühl betrunken vom Oktoberfest heimzulaufen, Benno, Aufkleber an meiner Wand, den Einzug von Scientology ins Nachbarhaus, meinen überteuerten Friseur um die Ecke, Rewe, der Getränkemarkt.
Den Westpark mit der ganzen Gänsescheisse, den Zirkus im Westpark, das Freilichtkino, welches ich noch nie geschafft habe zu besuchen, Krankenwagen, den Nestroy Garten, den Stachusbrunnen, Max, die Drachenseestraße, den blinden Mann an der U-Bahn-Station, den ich jeden Morgen bewundert habe, wie er sein Leben meistert, Fatcat, den krähenden Hahn am Freitagabend, mein Fitnessstudio, welches ich fast nie besucht habe, ein Stück Straße, auf dem ich so viel erlebt habe, den Englischen Garten mit seinen hübschen Surfern am Eisbach, das Kribbeln in der Elvirastraße, den Hofgarten, Tim.
Das Maximilianeum, Bier, Lebkuchenherzen, der Biss-Verkäufer mit dem Hund am Marienplatz, die oberste Etage vom Burger King in der Sonnenstraße, das Cord, 59:1, Ampere, K&K, Trachtenvogel, Mario, den Hund, den ich an der S-Bahn-Station gefunden habe, Stadtregen, Liebeskummer, Küsse, Sehnsucht, Verlangen, die Erste Liga, Crux, Textilkleber, Knöpfe, die Muffathalle, meine Bäckersfrau an der Schule, ihren Kaffee und Rosinenschnecken, die ESMOD, Isar, Stoffreste, Tränen, Nähmaschinen, der Einzug meiner Schwester, Einkaufstüten, Streitgespräche, schlaflose Nächte.
Paletten an Red Bull, Kannen von Kaffee, Maronis, Kinokarten, Zimtstern, kurze Haare, Markenklamotten, Telefongespräche, den zauberhaften Gärtnerplatz und das schöne Theater, welches ich nie besucht habe, viel Verständnis, Einsamkeit, Lachkrämpfe, Blödeleien, Sonnenbrand, Modenschauen, High Heels, Biergärten, die alte strenge Politesse, Parkscheinautomaten, Parkplatzmangel, das Nage und Sauge, das Sendlinger Tor und die Gespräche davor, sexuelle Belästigung, Eis, warme Sommernächte, seltsame erste Telefongespräche, Fotos, die Obdachlose mit den tausend Tüten am Marienplatz, den Zoo, tausend Gedankengänge, Ideen, Entwürfe, Brauseufos, Zeichnungen, Situationen, Fäden, Stecknadeln, Freunde, Liebe, Enttäuschungen und Lebenserfahrung.
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Ist die Person rechts auf dem Bild Marcel?
@Bo: Ne das ist meine weibliche schizophrene Persönlichkeit, die sich nachts gerne mal an einsame Geschäftsmänner heran schmeißt und ihr Leben sowie Geld aussaugt. Man nennt mich dann nur noch… Booberella!
Auf meiner Komma-Taste sind auch Möpse abgebildet, ganz klein, aber sie sind es wert exzessiv betatscht zu werden
,, ich liebe Aufzählungen :O
Oh Hannah, wohin wird es dich denn verschlagen?
@Jan: nach hause :)