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Farben, Brüste und ein toter Gott
Foto: Mind Game Project
Mind Game
Farben, Brüste und ein toter Gott
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Sonntag, 25. Juli 2010

Ein Taugenichts verliebt sich in ein Mädchen mit großen Brüsten und wird bei einem Überfall in den Arsch geschossen. Daraufhin trifft er auf einen körperlich instabilen Gott, der ihn mit Riesenbildschirmen und Spiegeln eine zweite Chance ins Leben verpasst. Die nutzt er, flieht mit einer gescheiterten Schwimmerin und ihrer burschikosen Schwester vor Gangstern, Comic-Figuren und hässlichen Franzosen und erzählt währenddessen die Geschichte einer gestrandeten Weltraum-Crew, die sich von dem Dung eines extrem tollpatschigen Aliens ernähren muss und irgendwann merkt, dass ihre einzige Chance aus dem Dilemma der vaginale Ausgang einer auf der Toilette sitzenden Japanerin ist. Die ganze Bande landet irgendwann im Bauch eines Wals, trifft auf einen schrulligen alten Mann und entdeckt bald ihren eigenen Sinn des Lebens.

Weil ich zu dumm zum Kiffen war und mein bewusstseinserweiternder Kakao auch nicht so richtig zünden wollte, musste ich gestern Nacht die Grenzen meiner Gedankenwelt auf andere Art und Weise versetzen und zog mir “Mind Game” vom japanischen Studio 4°C hinein, die sich auch für “Batman Gotham Knight” und “Animatrix” verantwortlich zeigen. Schnellwechselnde Szenen, harte Schnitte und eine bescheuerte Story, gepaart mit grellen Farben und unterschiedlichsten Zeichenstilen, brachten meinen Kopf zum Platzen und schafften es mich mit einem Feuerwerk aus Kreativität und Inspiration so zu verwirren, dass ich anschließend in einer embryonalen Stellung auf dem harten Boden lag und mir wünschte Gott wäre mein neuer bester Freund.

Wer mutig ist und sich nicht immer nur bei Disneys “Alice im Wunderland” und der “Rocky Horror Picture Show” die Birne wegballern möchte, der darf sich ruhig einmal an diesem japanischen Animationswerk versuchen und dadurch auf eine bildgewaltige Odyssee von Masaaki Yuasa durch eure Fantasie gehen. Für Komplett-Nüchterne ist der Streifen zwar nicht geeignet, alle anderen werden aber ihre pure Freude an “Mind Game” haben. Nishi, Gott und dicke Titten forever.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

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