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Too Much Matsch – Teil Zwei
Foto: AMY&PINK
Too Much Matsch – Teil Zwei
Von Hannah Maria Paffen
Veröffentlicht: Donnerstag, 24. Juni 2010

In der Nacht zum Sonntag war es so kalt. Wirklich, es war so kalt, dass ich dachte ich müsste den Löffel abgeben. Wer sich nachts jemand anderen zum Kuscheln gesucht hat, um ein bisschen fremde Körperwärme zu tanken, wäre nur schlau gewesen. Ich hingegen lag mit meinen zwei Freunden im Zelt und hatte ungelogen zwei paar Socken, Skiunterwäsche, eine Leggins, eine Trainingshose, ein Unterhemd, ein T-Shirt, einen Pullover, eine Mütze und einen Schal an, lag damit zusammengekauert in meinem Schlafsack und hatte drüber noch eine Wolldecke – und mir war immer noch verdammt kalt! Lieber Hutti, dein Angebot im Bus zu schlafen wird das nächste mal ohne Widerstand angenommen. Versprochen!

Am Sonntag ging’s eigentlich ganz gut mit dem Wetter. Kein Wunder, wenn uns der Wettergott in der Nacht zuvor schon mit einer unglaublich fiesen Kälte bestraft hatte. Es war trocken! Es hat nicht geregnet! Nachdem ich wegen Frostbeulen mein Date mit AndiOliPhilipp leider verpasst hatte, ging es dann zu den Deftones und Jennifer Rostock.

Liebe Jennifer Rostock, vorher fand ich deine Musik eigentlich ganz erträglich und du siehst ja auch eigentlich auch aus wie eine coole Sau, aber nachdem ich dich live auf der Blue Stage gesehen hatte, finde ich dich einfach nur unsympathisch und doof. Deine blöden Sprüche fand komischerweise keiner von meinen Freunden lustig, meine Freundin, welche dich unbedingt sehen wollte, ist jetzt auch kein Fan mehr von dir und einer meiner Kumpels hat sich gefragt, wie du mit 80 Jahren aussehen magst, wenn du eine Oma bist und so ne komische, tätowierte Schlabberhalshaut hast. Nicht gut. Es tut mir leid, dass du auf dem Hurricane und auf dem Southside zu wenig Brüste gesehen hast und dass du es bei deinem Lied “Blut geleckt” so nötig hattest dir in den Schritt herum zu greifen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Und dein Outfit hat meiner Meinung nach auch nicht so wirklich zu dir und deiner Musik gepasst. Aber naja, ich kenne dich ja eigentlich nicht und wenn ich ein falsches Bild von dir haben sollte, dann tut es mir leid. Nur der erste Eindruck war Banane. In liebe, deine Hannah.

Danach ging es weiter mit den White Lies. Unglaublich großartig war die Band! Dem Sänger Harry McVeigh pochten beim Singen so unglaublich die Halsadern, dass man seine Leidenschaft hören und sehen konnte und er hat wirklich seine ganze Kraft in seine Stimme gelegt. Anderer Rumsbums und blödes Gelaber war auch nicht nötig. Danach beglückten mich Two Door Cinema Club mit ihrer tollen Musik und Bonaparte war dann unser Abschlussakt, weil wir ja auch noch heimfahren mussten. Leider war’s bei Bonaparte so voll, dass ich komischerweise nur Brüste gesehen habe, eine Badewanne und’ nen Pferdekopf. Gut waren sie aber trotzdem und mit ihrem Song “Too Much” bzw. “Too Much Matsch” hatten sie wohl die Southside-Hymne des Jahres am Start. Einen Sinn hatte die ganze Schlammlauferei aber trotzdem und zwar im Bauch-, Beine-, Pobereich!

Liebe alte und neue Freunde, alle Menschen mit denen man mal kurz gequarkt hat, Veranstalter und Bands: Danke für das tolle Festival. Auch wenn es so verdammt kalt und schlammig war, find ich’s trotzdem immer wunderschön mit Freunden gemeinsam Zeit zu verbringen und gute Musik zu hören. Das ist halt der Zauber eines Festivals. Dass man merkt mitten im Leben zu stehen – oder eben im Schlamm.

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Über die Autorin

Hannah lebt zur Zeit in Kempten, studierte Modedesign und widmet sich nun der Betriebswirtschaftslehre, um die Pflichten einer angehenden Weltherrscherin perfekt umsetzen zu können. Ihr größter Traum ist es, in naher Zukunft in einem billigen Horrorfilm mitspielen zu können. Als taffe Vampirjägerin. Oder modriger Zombie. Mal gucken. Alle Artikel von Hannah lesen oder eine eMail schicken.

6 Kommentare

  • phil sagt...

    Mein schönes amy&pink-Schild blieb dann doch nicht so ganz komplett umsonst. Wir ham nämlich am sonntag um 3 festgestellt das unsere Karre ned mehr geht – wir parkten auf p2 – und haben dann bis 22 uhr rumgedoktert und hatten dann auch keine lust mehr – aber das is jetzt alles halb so schlimm, wenn ich weiß, dass du den treffpunkt verpennt hast :D

  • Dan sagt...

    Ich war beruflich auf dem großen Bruder im Norden unterwegs…Und kann mich der Meinung über die Jennifer aus Rostock nur anschließen.

    Grottiges Outfit, schlechte Performance und nur mittelprächtige Resonanz.

    Aber wenigstens weiß ich jetzt wie polnische Nutten aussehen. Sorry Miss “Ich-versuche-durch-Sex-und-Titten-zu-polarisieren”…Großes Fail an diesem Wochenende…

  • hannah sagt...

    ich hab dir ne sms geschrieben wieso haste nich bescheid gesagt dass ihr noch länger da wart! nüsschen ;)

  • Pablo sagt...

    Netter Artikel, ich war dieses Jahr im Norden auf dem Hurricane. Dort war das Wetter allerdings bis auf einen kurzen Schauer richtig gut. Kein Matsch und Nachts auch ohne Schal erträglich :)

    So schlecht wie Jennifer Rostok war, so geil waren The XX! ;)

  • Veronika sagt...

    Ich “kenne” die Tusse schon, hatte mal ein Interview mit Jennifer Rostock.
    Das war schlimm.
    Echt.
    Voll.

  • Anja sagt...

    Die Meinung über Jennifer, der Alten hab ich schon seit dem letzten Southside.
    Sowas von unsymphatisch und einfach nur assi.

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