Facebook | Twitter | Google+ | Tumblr | Last.fm | Pinterest | RSS
M.I.A. und die Killerspiele
Foto: Ryan McGinley
M.I.A.
M.I.A. und die Killerspiele
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Freitag, 25. Juni 2010

Was ist nur mit meinen ehemaligen Idolen los? Erst driften MGMT aufgrund von Belanglosigkeit ab, dann bringt mich Uffie vor Langeweile um und nun haut auch noch meine einst so geliebte M.I.A einen Schwachsinn nach dem anderen aus ihrem hübschen Mund. So ist sie neuerdings der einzig wahren Überzeugung, dass Videospiele die Kinder unserer Welt gewalttätig werden lassen und reit sich damit in die lange Tradition von gehirnfaulen Psychologen und nicht ernst zu nehmenden Politikern ein. Amoklauf? Killerspiele! Messerstecherei? Killerspiele! Hipster-Tussi? Killerspiele!

“Ich weiß nicht was schlimmer ist”, sagt die 34-Jährige in einem Interview. “Die Gewissheit, dass ich in meinem Leben schon viele schlimme Sachen gesehen habe, oder dass eine ganze Generation von amerikanischen Kindern Gewalt auf ihren Computerbildschirmen sieht und anschließend nach Afghanistan verschifft wird. Diese Kids glauben, dass sie Gewalt kennen, wenn sie es nicht tun. Sie haben kein anständiges Verständnis für Gewalt, interpretieren es vollkommen falsch und das macht es natürlich besonders einfach für sie, anderen Schmerzen zuzufügen.”

Die Tatsache, dass gerade im Mittleren Osten jede Menge gewalttätiger Jugendliche herum laufen, die sich keineswegs die Birnen mit Killerspielen zugedröhnt haben, vergisst die “Paper Planes”-Sängerin dabei wohl. Und es ist traurig, dass immer wieder jemand ankommt und die gleiche Leier herunter rattert, ohne eine Ahnung von der Materie zu haben. Oder hat sie am Ende etwa gar nicht so unrecht…?

Folgt AMY&PINK jetzt auch auf Facebook und Twitter!

Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

10 Kommentare

  • ksch sagt...

    Immer wieder die selbe alte Leier *wegpenn*

  • Milla sagt...

    Das was sie sagen will, ist eher, dass Jugendlichen ein falsches Bild und Gewalt und Krieg vermittelt wird & sie vor Kriegseinsatz nicht richtig auf das Kommende vorbereitet werden und schließlich mit der Situation dort vollkommen überfordert sind. Das ist keine Erkenntnis, das weiß man schon länger, aber falsch ist es nicht. Außerdem kann man diese Aussage meiner Meinung nach nicht mit dieser Killerspiele – Amoklauf Diskussion gleichsetzen, das ist schon wieder was anderes

  • S sagt...

    Ich hab’s auch eher so wie Milla verstanden. Schlimmer ist, wenn Künstler anfangen irgendeinen Scheiss zu labern um ihr SCHLECHTES NEUES ALBUM ZU KOMPENSIEREN

    OH YEAH MAYA IM LOOKING AT YOU

  • Mone sagt...

    Sie sagt doch nicht, dass Videospiele Kinder gewalttätig macht, sondern dass Jugendliche durch solche Spiele&Co. ein ganz falsches Weltbild von Gewalt bekommen. Durch solche “Eindrücke” wird die Gewalttätigkeit in der westlichen Welt verharmlost, den wahre Gewalt ist schrecklich und grausam. Gewalt wird in unserer Realität selbstverständlich, weil wir sie tagtäglich, in welchen “harmlosen” Formen auch immer, erleben und uns gar keine Gedanken machen, dass Gewalt kein Spiel ist, sondern schmerzhaft und unmenschlich. Jemand der Folter erlebt hat und gesehen hat, wie Menschen sterben, kann kein Verständnis für unsere “Spielwelt” aufbringen.

    Man kann unsere Kinder/Jugendlichen nicht mit den “gewalttätigen Jugendlichen im Mittleren Osten” vergleichen – das ist keine Argumentation. Diese Kinder wurden in diese Rollen gedrängt und kennen kein Leben ohne Krieg&Hass. Wir aber schon und trotzdem üben wir Gewalt aus. Das ist doch verrückt!

  • Angeblich soll ja das US-Militär mit spielen wie Red Rouge (u.ä.) Rekrutierungsfang und Ausbildung betreiben. Auch wenn ich die Aussage Killerspiele erzeugen potentielle Gewalttäter nicht unterschreiben mag, ist es nicht von der Hand zu weisen, das solche durchaus in diesem Sinne eingesetzt werden mögen.

  • socialize sagt...

    I’d suggest removing this article, as it completely misunderstands and misinterprets M.I.A.’s message. Keeping this article online only hurts the site’s credibility.

  • Marcel sagt...

    @socialize: And I suggest to kma.

  • Matt sagt...

    Sie redet von falschen Vorstellungen von Gewalt und den daraus resultierenden Schockzustand bei echter Gewalt… oder? Fakt ist, dass durch konsumierte Gewalt (like Videogames and Hallywoodmovies) die Hemmschwelle für nach außen getragene Aggressionen erheblich sinkt und sei es nur im Affekt ohne nachzudenken. Die Bereitschaft zählt! Sorry für diese Spießerei, aber ich zitiere Homer (den Amerikaner, nicht den Griechen!): “Hollywood zerstört die Moral unserer Kinder!”

  • Juri sagt...

    Ich habe das jetzt genau so wie Milla verstanden. Wenn man Gewalt nur in Fom von Pixeln auf seinem Computerbildschirm sieht und dann anschließend echter, brutaler Gewalt ausgesetzt wird, das ist ein meilenweiter Unterschied.
    By the way, finde ich das neue Album gar nicht so schlecht. :) XXO finde ich sogar ziemlich gut.

  • Mario sagt...

    @Kotzendes Einhorn: Das beste Beispiel hierfür ist Americas Army – ein von der Army konzipiertes und kostenlos auf den Markt geworfenes Spiel. Das geht ja nicht nur über Games, sondern auch über Serien, Kinofilme und und und…

Schreibt uns eure Meinung

Kommentare per eMail abonnieren


© 2002 - 2011 by AMY&PINK. All rights reserved.