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Interview mit dem Marmaduke
Foto: Alessandra Schellnegger
Nora Tschirner
Interview mit dem Marmaduke
Von Carolin Schütz
Veröffentlicht: Mittwoch, 23. Juni 2010

Spontan. Hektisch. Verplant. Und Fremdschämen innerhalb einer Person. Geht das? Ja. Denn das ist so in etwa die Kurzfassung meines Marmaduke-Interview-Trips mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Schon allein der Gedanke man könne morgens um 6 Uhr seine Tasche für die nächsten 3 Tage packen, war ein schlechter, nahezu utopischer Gedanke, wenn man mit den mageren 3 Stunden Schlaf plus Verpennen noch das Konzert der letzten Nacht verdauen muss.

Dank meines Hannah-Disco-Taxis bin ich allerdings gerade noch pünktlich am Franz-Josef-Strauß-Flughafen angekommen. Mit “nichts” im Gepäck. Also nichts wirklich nützlichem, wie sich später herausstellte. Nach 15-minütigem Sicherheitscheck inklusive fast komplettem Entledigen meiner Klamotten, intensivstem Betatschen und äußerst kritischem Blick wurde ich mit erlösendem, grundlosen Nicht-mehr-Gepiepe zum Gate entlassen. (Allerdings frage ich mich immernoch, ob Frau Sicherheitsgrabscherin einfach den Off-Knopf des Körperscanners drückte, weil es ihr nach keinerlei Drogenfund und Dauergepiepe schlicht zu doof wurde…)

Am Gate 15 schob ich mir dann erst einmal mein Frühstück rein und wartete. Als Einzige. Was mich sehr verunsicherte, da ich ja eigentlich schon mehr als kurz vor knapp am Schalter eincheckte. Nach nicht einmal 5 Minuten ertönte bereits mein Name durch die Lautsprecher. Das war dann der Punkt an dem mir der kaum zerkaute Klumpen Banane im Hals stecken blieb und ein riesengroßes, fettes Fragezeichen über meinem Kopf aufploppte. Ab in die Tonne mit dem Frühstück und schnellen Schrittes zum nächsten Sicherheitsmann, der mir dann auch mehr als schnell und deutlich klar machte, dass der Gang, den ich als zur Toilette führend annahm in Wirklichkeit der Gang zu Gate 15 ist. Und ich einfach nur unter dem weiterführenden Schild saß. Ich weise bereits jetzt schon jegliche Orientierungslosigkeit von mir und übergebe an den fehlenden Schlaf und die Spontanität dieser ganzen Aktion. Danke außerdem an Marcel für den wirklich, wirklich äußerst großzügigen Zeitraum an Planung und Vorbereitung.

Das Flugzeug hatte den Boden noch nicht einmal verlassen und ich schlummerte schon tief und fest an meinem Fenster gepresst. Genauso sah ich dann auch aus, als ich nach einer Stunde Flugzeit Berlin Hallöchen sagte. Zerzaust und alles andere als fresh. Und immer noch unvorbereitet was das Interview betrifft. Um das gleich mal vorwegzunehmen: An dieser Ausgangssituation änderte sich dann auch nichts mehr. Die S-Bahn in Richtung Stadtmitte um Sekunden verpasst, saß ich dann die folgenden 25 Minuten wie auf heißen Kohlen am Gleis, den Regen filmgleich und zeitlupenmäßig ins Gesicht prasselnd, mit dieser unglaublichen Verplantheit im Gesicht und der Zeit im Nacken.

Nachdem die elektronische Türproblematik der folgenden Bahn behoben war und mein Puls wieder einigermaßen in den Normbereich abfiel, ging’s endlich Richtung Nora und Christian. Während der Fahrt spielten die Worte “verdammt” und “knapp” Ping Pong in meinem Kopf. Aus der S-Bahn ab ins Taxi. Die Tasche ins Hotel geschmissen und ab zum Interview Termin im Hotel de Rome. Wie zu erwarten sah ich nach dieser zeitlichen Tortur, dem Regen und 10 Liter Schweißverlust nicht besser aus.

Nun saß ich also in diesem pompösen Raum voller Journalisten und sonstigen wichtigen Medienleuten. Ich hatte anscheinend noch Zeit. Und die nutzte ich, indem ich einfach nur da saß, zur Abwechslung mal wieder Luft holte und jetzt schon damit begann mich für die kommenden acht Minuten zu schämen. Und da kam er schon, der nette Mann mit dem noch netterem schwarzen Anzug, der mich zum Interviewraum führte – der Schlachterbank der Peinlichkeit.

Bei dem auffordernden Blick meine Fragen mitzunehmen legte ich geistesgegenwärtig mein wohl professionellstes Grinsen auf und wühlte schnellerhand den einzig überhaupt vorhandenen Zettel aus meiner Tasche, auf dem statt aufregender investigativer Fragen einfach nur meine Flugreferenznummer und die Adresse meines Hotels standen: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit – mein Motto, oh ja.

Die Tür ging auf und mich begrüßten etliche Scheinwerfer, Kameras und Kabel (die definitiv zum Stolpern einluden). Und zwischendrin Nora und Christian. Doch anstatt erst einmal höflich die Hände zu schütteln, vor Ihnen auf die Knie zu fallen oder jegliche andere Art der Begrüßung, die mir Marcel ans Herz legte, setzte ich mich, leicht überfordert von der ganzen Situation, erst einmal auf den für mich vorgesehenen Stuhl. Super erster Eindruck! Zuvorkommend wie Nora ist und mit der Ahnung, dass ich wohl ihre zukünftige Brautjungfer sein werde, kam Sie im Gleichschritt mit Ulmen auf mich zu, wir schüttelten Hände und sie begann sofort von Marcel, dem Vater ihrer zukünftigen Fußballmanschaft zu quatschen.

Ich hatte null Ahnung was hinter mir passierte, wieviele Kameras aus welcher Richtung mein Wortdisaster auf Band festhielten, und wieviele der Anwesenden sich bereits zu diesem Zeitpunkt den Arsch über meine totale Improvisation ablachten. Ein weiterer peinlicher Auftritt visueller Art meinerseits. Und wäre es noch nicht genug des Glücks, stellte ich noch während des Interviews fest, dass meine Hose im Schritt gerissen war. Zum Nachverfolgen: der Moment, in dem ich “äähm jaa” mit “hmm” ganz oft im Wechsel sage und dabei noch leicht unkoordiniert stottere… Danke Karma. Danke Nora. Danke Christian. Es war mir eine Freude mit euch über Sushi auf Ulmens nacktem Körper zu sprechen. Was das mit dem Film zu tun hat? Keine Ahnung?! Und nun stellt das Popcorn bereit und gönnt euch ordentlich Alkohol dazu. Anders sind meine Top-Fragen an das Marmaduke-Synchrogespann hier und jetzt exklusiv wohl auch nicht zu ertragen. Und ab dafür…

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29 Kommentare

  • vEnoMaZn sagt...

    sehr lustiges interview :D

    man merkt aber doch das caro a bissl nervös ist ;)

    gerade das aber macht sie doch sympatisch :! :)

    Lusia sagt...
  • ksch sagt...

    musste es zwei mal gucken, weil ich anfangs damit beschäftigt war einfach nur nora zu begaffen xD

  • honki sagt...

    Sah doch nach einem ziemlich witzigen Interview aus! Das Angebot von Nora, das die beiden sich ein paar Fragen überlegen hätte man ja mal annehmen können. Ich glaub dann wäre das Sushi auf Christians Rücken noch viel eher gefallen und das Interview hätte sich ein LML-Nudisten-Camp verwandelt. Oder auch nicht. Whatever.

    Schönes Interview trotz null Vorbereitung, fands auch mal spannend deine Stimme zu hören. Passiert ja auch nicht häufig.

    Alvin sagt...

    @honki: Ab in die Ecke mit dir!

    Margaret sagt...

    @Alvin: Glaubst du das wirklich?

  • Vanessa sagt...

    So gut! Haha!

    Harlan sagt...

    @Vanessa: Bist du frustriert?

  • stephan sagt...

    das ist ne geile scheisse :)

    caro. das interview. das passt. das bist sowas von du, obwohl ich dich gar nicht kenne :)
    ich bin so begeistert, und zwar von euch allen dreien .. ich liebe den scheiss. und ich werde mir den film anschauen… :)

    ich hoffe du hattest viel spaß in berlin! :)

  • Jespin sagt...

    süß, erinnert mich voll an meine interviewzeit, auf den aufnahmen kling ich genauso. naja nur das ich ne etwas tiefere stimme hab als du :P

    Felix sagt...

    @Jespin: Geht’s auch etwas kürzer?

  • Julio sagt...

    @Felix: nein.

    Kevin sagt...

    @Julio: Erst nachdenken, dann schreiben.

  • Torsten sagt...

    Was kommentieren hier eigentlich letzte Zeit für komische Leute?

    @Caro: Ich find, Du hast das super gemacht…

  • Jenny sagt...

    Caro, tolle Stimme.

  • Lis Ka sagt...

    unvorbereitet hin oder her. Wäre schön gewesen, wenn Du die beiden mal hättest ausreden lassen. Und mehr drauf reagieren, was die so von sich gegeben haben. Die beiden funktionieren doch so gut zusammen, denen muss man nur Stichwörter zuwerfen.

  • Rosa sagt...

    HAHAHAHHAHA ein traum!!!!
    10000x besser als diese ganzen dummen promo filminterviews!!

  • caro sagt...

    @lis ka: ha ha, sehr witzig, wer hat hier wen nicht ausreden lassen?! ich musste darum kämpfen überhaupt meine fragen zu ende stellen zu können, bevor mir schon wieder jmd ins wort fällt :-P

    @torsten: danke :D

    @vEnMaZn: nervös? ich? bei der “vorbereitung”?! ach quaaaatsch :D

  • honki sagt...

    @Torsten: das is der SuperCommentBot vom Fabu. Marcel scheint wohl wieder gut drauf zu sein wenn er das Ding hier anmacht ;)

  • Jenny sagt...

    @honki: Wtf. oO

  • hannah sagt...

    @ lisa ka jo ich denk so was kommt wenn man mehr erfahrung hat? ist ja schließlich noch kein meister vom himmel gefallen oder? immer erst mal selber besser machen und dann weiter reden.

  • MC Winkel sagt...

    Ouh ha, naja, der Ulmen ist bestimmt auch nicht der Allergeeignetste für so ein erstes Interview, nech! Hast das aber trotz aller Zynik aus seiner Richtung gut umgesetzt. Was ich nur nicht verstanden habe: wieso hat marcel das Interview nicht geführt? Marcel?

    Und @honki: ein “SuperCommentBot”? Was macht der/das? :)

  • Marcel sagt...

    @MC Winkel: Ich war an dem Tag leider in Paris und konnte deshalb nicht daran teilnehmen. Und der SuperCommentBot nervt mich, ich hab gedacht der macht lustige Sachen, aber irgendwie beleidigt der alle immer nur :D

  • hannah sagt...

    supercommentbot?! macht das die fuck kommentare? und ich dachte unsere leser verblöden total. mach das weg marci. sofort

  • Jespin sagt...

    @Marcel: hör auf hannah, dit mädel is klug.

  • MC Winkel sagt...

    @Marcel: Aber Alter: Nora T.! Ich dachte, Du liebst sie? :)

  • cpier sagt...

    Total süß, Caro.

  • Adrian sagt...

    Sehr sehr seeehr feines Interview. :) Hat Spaß gemacht zu gucken!

  • Jan sagt...

    Mich würde wahnsinnig interessieren wie Marcel das Interview gemacht hätte. :D
    Hoffentlich kommts dazu nochmal.

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