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Freundeskreis 2.0
Foto: AMY&PINK
Die digitalen Beziehungen
Freundeskreis 2.0
Von Hannah Maria Paffen
Veröffentlicht: Donnerstag, 11. März 2010

Es ist nichts Neues. Fast schon etwas altbekanntes für 2.0-Menschen wie wir es sind, den ein oder anderen Kumpel bereits über’s Internet gefunden zu haben. Man versteht sich mittlerweile auch schon prächtig mit Menschen über das Netz, obwohl man sich noch nie im wirklichen Leben getroffen hat. Noch nie seinen Gegenüber gesehen, gerochen, gefühlt und geschmeckt hat und dennoch findet man sich sympathisch. Man schreibt mal hier mal da und fragt wie es einem so geht, obwohl wir doch überhaupt nicht wissen ob ein Supertrottel, ein Serienmörder, der Antichrist oder wirklich diese nette Person, die wir meinen zu kennen, am anderen Ende der Leitung sitzt.

Was ist wenn wir anfangen uns in eine Person zu verlieben, aber sie nicht kennen? Eine Freundin von mir war acht Jahre lang mit ihrem Freund zusammen. Sie lebten zusammen, wollten heiraten, alles war ganz toll, bis ihr aufgefallen ist, dass er sich ganz schön lang und immer öfter bei StudiVZ herum treibt. Irgendwann kamen dann immer mehr Ausreden. Von einem auf den anderen Tag ging alles ganz schnell. Ihm wurde alles zu viel, er kann nicht mehr und hätte da jemanden im Internet kennen gelernt. Fünf Jahre jünger oder so, sie würden sich prima verstehen. Schachmatt also per Internet? Oder war die Beziehung einfach vorher schon derbe angeknackst? Egal. Strange ist es trotzdem irgendwie und sie nicht mehr zusammen.

Es ist ja nicht so, dass ich auf diesem Gebiet keine Erfahrung hätte. Ich habe auch auch schon jemanden über das Internet kennen gelernt, dann im realen Leben getroffen und zack es hat sofort gefunkt. Aber ist das die Regel, wenn man sich über das Internet saugut versteht? Strange ist es auf jeden Fall und unheimlich fand ich diese Erfahrung auch irgendwie ein bisschen.

Aber hey: Gerade wir als Blogger lernen unheimlich schnell und recht viele andere Menschen im Internet kennen. Mittlerweile habe ich schon einen regelrechten Freundeskreis im Internet, der nur aus anderen Bloggern besteht. Ist das schlimm? Unheimlich? Krank? Abnormal? Modern? Lächerlich? Langweilig? Oder einfach nur ein anderer Weg Freunde zu finden, die nicht nur aus dem selben Kuhkaff kommen? Erweitern wir so unseren Horizont, soweit man das sagen kann oder flüchten wir uns damit nur in eine bequemere Welt und treten aus unserem richtigen Leben zurück? Zählt das Internet zum richtigen Leben? Oder ist es einfach normal heutzutage auch gute Freunde über das Netz zu finden?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, finde es aber schön mit vielen Menschen Kontakt zu haben. Und auf den ein oder anderen bin ich auch schon ganz heiß drauf, der oder die mal im realen Leben kennen zu lernen, sich auch mal mit der Person per “Mund” zu unterhalten und nicht immer nur per Mausklick und Getippe. Ich habe so auch schon sehr sehr sehr nette Menschen kennen gelernt. Dennoch sollte man vieleicht trotzdem immer ein wenig vorsichtig sein und Butter und Axt dabei haben.

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Über die Autorin

Hannah lebt zur Zeit in Kempten, studierte Modedesign und widmet sich nun der Betriebswirtschaftslehre, um die Pflichten einer angehenden Weltherrscherin perfekt umsetzen zu können. Ihr größter Traum ist es, in naher Zukunft in einem billigen Horrorfilm mitspielen zu können. Als taffe Vampirjägerin. Oder modriger Zombie. Mal gucken. Alle Artikel von Hannah lesen oder eine eMail schicken.

22 Kommentare

  • Jenny sagt...

    Butter und Axt? Mir drängt sich unangenehmes Kopfkino auf.

  • Birk sagt...

    halt die alltäglichen Waffen gegen Stalker, kennt man doch :D

  • Mike sineP sagt...

    wie soll ichs sagen…

    Hannah ich steh total auf dich!
    aber der moustache muss vorher ab …

  • Anna sagt...

    Ich mein Axt..okay..aber Butter!? Hannah…WAS hast du vor?! Ob ich mich jetzt noch mit dir treffen möchte? :P

    Nein mal im Ernst. Ich habe auch schon allerlei Tolle Leute im Internet kennengelernt. Mit ein paar von denen auch schon getroffen und es waren wirklich keine Serienkiller oder sonstige schlimme Leute dabei. Aber das schöne kennenlernen per reallife-sehen, ist dann finde ich immer doch besser. Man hat denjenigen gleich vor der Nase und baut sich seine Sympathien erstmal auf. Meinen ersten Freund hatte ich auch “aus dem Internet” 10 Monate gehalten, und das glücklich. Mehr oder weniger. Aber das ist doch auch normal.

    Ich finde, man sollte eine gute Zwischenbilanz aus beiden Dingen leben. Dann sollte das auch kein Problem sein, damit man sich nicht soviele “Fake”Freundeskreise aufbaut.

  • B sagt...

    Meine beste Freundin, mit der ich mittlerweile zusammen blogge, habe ich 2006/2007 im Netz kennen gelernt.

    Überhaupt habe ich damit angefangen, meinen Freundeskreis aus der Kindheit und Schulzeit mit den Leuten zusammen zu bringen, mit denen ich im Netz zu tun habe und mittlerweile auch privat.

    Jetzt ist alles gleich: Freunde. und keinen interessiert, woher diese Freunde kommen.

  • stephan sagt...

    ich bin der meinung, man kann weder etwas pauschalisieren, noch über einen kamm scheren. es gibt die unterschiedlichsten arten von freunden, oder beziehungen zu menschen …
    einen großteil der im internet gemachten bekanntschaften wird man wohl niemals zu gesicht bekommen. je nach kennenlern-ursprung wird man dem ein- oder anderen zwangsläufig über den weg laufen, sei es wenn man sich in einer community getroffen und den gleichen lieblingsclub hat, sich aber bisher noch nie über den weg gelaufen ist.
    meist wird es jedoch so sein, dass man sich nur bei großer sympathie tatsächlich verabredet! das ist die bessere form des “small talks an der ecke” wenn man jemanden wieder sehen möchte. es ist unkompliziert, man kann darauf losballern und hat die möglichkeit eine nachricht zu hinterlassen, die gelesen wird, wenn der andere zeit und lust hat. all diese faktoren sprechen für eine größere chance, bei jemandem zu landen, nicht?
    schließlich triffst du dich nicht mit jedem, hannah .. sei es der kerl von gestern abend, der dir seine nummer in die hand drückte, oder der kautz der dir eben bei facebook seinen IM kontakt per message geschickt hat.

  • dan sagt...

    wieso sollte leute kennenlernen schlecht sein? diesen “früher gings auch anders” rotz kann ich nicht mehr hören. internet sollte den freundeskreis nicht ersetzen, kann aber vieles leichter, schneller, bequemer machen. internet ist quasi ein add-on für freundschaften ;-)

    fremdgegagen sind leute auch vorher, von daher denke ich liegts einfach an den leuten. menschen die im internet flirten und baggern tun das auch, wenn sie ohne den partner unterwegs sind.

    my 2 cents

  • mandarine_one sagt...

    add-on für freundschaften find ich gut. bei uns wird ja icq, twitter und facebook gut genutzt. da werden dann termine vereinbart und links getauscht usw. und ab und lernt man dann halt jemand neues kennen… ich find das nicht schlimm.. schlimm wirds erst wenn das internet die realität ersetzt..

  • S sagt...

    @B Yop. Freunde. :) Egal, wo man herkommt, was man früher mal war, was man macht, ob man studiert hat oder gerne Scheisse frisst. Was zählt ist dass man sich kennen gelernt hat, und ich finde sogar, dass man manche Menschen gar nicht treffen muss um zu wissen, hey, das funktioniert. Freundschaften laufen eben auf einem ganz anderen Level ab, man ist nicht mehr gezwungen, Kontakt zu alten Bekanntschaften zu haben. Und das Bloggen bringt einen in seinen Interessen dann zusammen.

    Nicht zuletzt haben sich ja auch kleine Cliquen gebildet, um Fashion herum, oder vielleicht auch um einen regionalen Punkt. Es sind eben die Gemeinsamkeiten.

  • Rolf sagt...

    Haha, das kenn ich doch mit der Axt in der Butter… :-)

  • Andi Licious sagt...

    Nimm halt Skype, da kannst du auch gucken und sprechen. Und wenn’s nervt auflegen und notfalls blockieren.

    Davon abgesehen hatte ich meine große Liebe zufällig, und wahrlich zufällig, auf StudiVZ kennengelernt. Es ging alles ziemlich schnell, doch bis zum ersten Treffen verging rund ein halbes Jahr. Doch wir sahen uns schon vorher als zusammen an. Und vor allem wusste man so auch schon vieles vorher. Ich persönlich halte es sogar noch für schwieriger jemanden wirklich im Skype (nicht Nachrichten oder sonst was, wo man viel Zeit zum antworten hat) lieben zu lernen. Denn geschriebene Worten können zumindest für mich noch ganz anders ankommen, als ein gesprochenes Wort über das man nur viel kürzer nachdenkt. Aber jedem das Seine. Ich würde es wieder tun, wenn ich es wollte.
    Ach ja, Aus ists weil es im Reallife nicht mehr klappte… leider.

    Es wird aber mindestens einen großes Unterschied geben. Und zwar ob du dich als Frau oder als Mann mit jemanden aus dem Netz triffst. Im Bezug darauf welche Gefühl und welche Ängste man haben kann. Vornehmlich wohl körperliche Ängste.

    In diesem Sinne… frohes verbinden, befreunden und haten.
    Cheers, Andi

  • hannah sagt...

    zusammen mit jemanden obwohl man sich noch nie gesehen hat? also wirklich jedem das seine aber ich persönlich finde das lächerlich.
    und wenns dann im reallife nicht geklappt hat..naja is ja auch ein beweis dafür. verknallen schon vorher, von mir aus, jemanden mega interessant finden versteh ich auch, aber nur über studivznachrichten dann zusammen sein? das ne….geht nicht.

  • KingG sagt...

    Ach Hannah… wie recht du hast…
    Schöner Artikel…

  • hannah sagt...

    weiss auch ncih mehr genau wie das mit der axt und mit der butter war, fragt mal rolfö….für ihn war nämlich die axt und butter hahahaha :D

  • Torsten sagt...

    Im realen Leben treffen? Mhmm. Hab ich noch nie drüber nachgedacht. Ein schöner Gedanke. Raus aus dem Keller, rein ins wahre Leben.

  • vEnoMaZn sagt...

    KingG hat nen krummen

    ontopic:
    durchs bloggen lernt man wirklich einige neue leute kennen.
    eigentlich wollte ich schon einige treffen aber hat i-wie nie geklappt :T

    netter artikel :D

  • hannah sagt...

    nen krummen haben? ba ihr seid echt eklig

  • Andi Licious sagt...

    @Hannah… natürlich nicht nur über paar Nachrichten zusammen sein. Oh man. Und Hand-in-Hand war und ist noch mal ein ganz anderes Level. Und ob man es nun “Zusammensein” nennt oder Hat-der-Hund-drauf-geschissen ist ja wohl sowas von egal… was man im Kopf ist zählt doch… und wenn ich dort weiß, dass ich mir nichts irgendwas anderes suchen oder anlachen sollte, weil es da ‘Jemanden’ gibt, dann ist das doch die Msg. dahinter…
    Aber naja, zurück zur Lächerlichkeit. Viel Spaß.

    Cheers

  • Sven E. sagt...

    Ich find’ RL ja sehr anstrengend, weil ich ‘ne Weile, also mehrere Tage bis Wochen, brauche um mit Personen warm zu werden – selbst, wenn ich sie online bereits “kenne”. Mir gehen da fix Gesprächsthemen und Schlagfertigkeit flöten. Diese Zurückhaltung liegt weniger daran, dass mir nichts einfällt, sondern daran, dass ich sofortige Rückmeldung im Gesicht des Gesprächspartners habe, was er vom Thema oder der Antwort hält. Das bezieht sich jetzt auf Menschen, die ich durchs Blogs kennengelernt habe, weil da im Netz die Reaktionen so extrem zeitverzögert kommen. Und etwas Gelesenes kommt ganz anders an als etwas Gesprochenes. Deswegen funktionieren Twitter-Gags nur unter Twitter-Usern.

    Bei IRC- und WoW-Bekanntschaften ist das wesentlich einfacher, weil man sich da im Echtzeit-Gespräch befindet. Das ist imo so nah am RL, das unterscheide ich gar nicht mehr.

    Ich hoffe also, B und S nehmen mir meine leichte Verklemmtheit bei den Besuchen nicht übel (; Wenn ich mich selbst RL kennenlernte, fände ich mich langweilig.

  • hannah sagt...

    @ andi na klar jemanden toll finden oder so odre vielleichtsogar schon nicht mit anderen mädels flirten weil man jemanden kennen lernen möchte mit dem man sich gut versteht. aber ehrlich. wenn man sagt man ist “zusammen” dann hat das doch ne ganz ganz ganz andere bedeutung

  • Andi Licious sagt...

    Und wo ist das Problem wenn BEIDE das für sich so ANSEHEN? Genau darauf relativierte ich das bereits… oder versuchte es. ;)

  • kid yeah! sagt...

    hmmm, wir haben dieses thema lange bei uns in der wg diskutiert und sind zu dem schluß gekommen, dass man freunde eigentlich nur dann als solche bezeichnen kann wenn man

    a) diese personen im richtigen leben zumindest schonmal getroffen hat (kann dir und sven e. nur beipflichten, es ist überhaupt nicht zu vergleichen mit der kommunikation im internet).
    b) man eine gewisse zeit miteinander verbracht, eine ‘geschichte’ hat.
    c) sich beide ‘parteien’ dem anderen auf ehrlich art und weise geöffnet haben. sprich, man dinge voneinander weiß, die sonst nicht viele wissen.

    für mich werden internetbekanntschaften daher maximal das bleiben: bekanntschaften. freunde? nee, da gehört viel mehr dazu. finde sowieso, dass der begriff ‘freund’ spätestens seit facebook viel zu inflationär benutzt wird…

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