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Your Bloody Face
Foto: Christopher Little
Christopher Little
Your Bloody Face
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Samstag, 27. Februar 2010

Ich habe eine gestört anziehende Passion zu Mädchen mit Nasenbluten. Diese verletzt hübschen Seelen, deren innerer Schmerz mit einem Mal sichtbar wird und sich aus unerklärlicheren Gründen den Weg in die Freiheit bahnt. Wie magisch und doch skandalös. Das kann daran liegen, dass Menschen wie Lesley Arfin, Elizabeth Angela und Richard Kern dieses Thema bereits in ihren Arbeiten behandelt und mich in den Anfängen dieser ganzen Hipsterära mit Fotos des bittersüßen Dramas inspiriert und geformt haben. Und Blut an sich hat schließlich schon seit Urzeiten eine betörende, schockierende und fast schon ohnmächtige Wirkung auf uns alle.

Über diesen gesellschaftlich nicht ganz so anerkannten Fetisch bin ich auch auf Christopher Little aus Übersee aufmerksam geworden, der gerade mitten im Kunststudium am Jefferson Community College steckt und die bekannten Fotos von hüpfenden Trudis, maskierten Antichristen und toten Kojoten in einer von mir geliebten direkten und doch berauschenden Art und Weise schießt. Und begann er am Anfang noch mit dem visuellen Festhalten von Waldspaziergängen, Motorsport und Kätzchen, scheint sich unser kleiner Chris langsam aber sicher in eine perverse Sau zu verwandeln, die sich immer mehr der Schönheit des weiblichen Körpers hingezogen fühlt. Braver Junge.

Und dabei ist die Fotografie gar nicht seine vorrangige Leidenschaft. Denn die gehört eigentlich den bewegten Bildern. Am liebsten möchte er nämlich in baldiger Zukunft und nach dem Ende des Studium seine eigenen Kurzfilme schreiben, arrangieren und drehen. Ich persönlich hoffe ja darauf, dass sich diese dann um kunstvoll arrangierte Rundungen, dem aufbrechenden Licht im Glas des Fensters und die oder andere blutende Nase drehen und er schön die Finger von Wäldern, Sport und kleinen Haustieren lässt.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

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