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Big in Japan
Foto: Rebecca Flint
Beckii Cruel Superstar
Big in Japan
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Freitag, 12. Februar 2010

Mussten wir in unserer Kindheit noch durch kopierte Casting-Shows springen, mit zwielichtigen Managern schlafen oder Demotapes an alle Briefkastenfirmen nördlich des Äquators schicken, so kann man sich seine Karriere heutzutage an einem Nachmittag bei Media Markt zusammen klauen: Billig-PC, Webcam und Internetanschluss und schon könnt ihr damit anfangen Poster von euch drucken zu lassen und vorsorglich bereits einen Stapel von Autogrammkarten zu unterschreiben. Vorausgesetzt ihr seid weiblich, 14 Jahre alt und bringt mit eurem Lächeln die Herzen bzw. Schrittmacher aller etwas pädophil angehauchten Großväter zum Pochen. Der Rest von euch landet sowieso auf 4Chan.

Die Engländerin Rebecca Flint hat Glück gehabt im Jahr 1995, inklusive Vagina und gar nicht mal so miesen Genen auf die Welt gekommen zu sein und hat sich bei YouTube unter dem Pseudonym Beckii Cruel und mit ihrem kleinen Po schwingend eine steile Karriere aufgebaut, die ihr andere Menschen mit Erdbeerwoche wie Magibon oder Lonelygirl15 bereits geebnet haben. Dort denkt sie sich kreative Choreographien aus, schlüpft anschließend in farbenfrohe Kostüme und tanzt sich zu japanischer Popmusik einen Bären. So weit, so nicht gerade neu.

Doch das Mädchen, das wir hier nur noch “The Nose” nennen, scheint gerade im Land der aufgehenden Sonne so gut anzukommen, dass sie vor einigen Tagen ein eigenes Album und eine DVD auf den dortigen Markt geschmissen hat. Die Experten – also vor ihren Videos masturbierende Irre wie wir – gehen davon aus, dass sich die geschmacklichen Verirrungen wie warme Semmeln nach Kriegsende verkaufen werden. Das liegt aber wohl nur daran, dass den Käufern beim Anschauen der digitalen Meisterwerke das Gehirn wegschmilzt und man zum Erstehen der runden Scheiben quasi mental gezwungen wird, um seinen Verstand zurück haben zu dürfen. Aber egal wie es mit ihrer Karriere als singende Hupfdohle so läuft, in der Realverfilmung von Woody Woodpeckers Biographie steht sie bei den Verantwortlichen ganz hoch im Kurs.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

7 Kommentare

  • Daisy sagt...

    Oh mein Gott, das ist … unbeschreiblich. Ich hab noch nie jemanden mit so wenig Taktgefühl tanzen sehen. Die spinnen, die Japaner!

  • J0 sagt...

    LOL, heilige Scheiße!
    Die ist aber auch verboten JUNG. Eiegentlich schade, dass man fast nur so Geld machen kann, wie dieser BLOG hier. hehe ^^ :D

    Aber das den Japanern sowas gefällt sollte irgendwie klar sein…

  • Marcel sagt...

    @Daisy: Ja, das grenzt schon fast an visueller Körperverletzung.

    @Jo: Du bringst mich da auf ‘ne Idee – vielleicht sollten wir auch so ‘ne minderjährige Hin-und-her-Cindy unter Vertrag nehmen…

  • daniel sagt...

    magibon, alles andere is new school scheiss :D!

  • Kamil sagt...

    das ganze ist schon extrem grenzwertige
    ganz davon abgesehen das die musik einfach grausam ist
    oh mann wie kann sich das nur antun :D

  • Marcel sagt...

    @Daniel: ja obwohl die sich auch… sagen wir mal verändert hat:

    [img]http://img3.ak.crunchyroll.com/i/spire1/a01b38e90739a8b3ac31077e0360c40d1233019472_full.jpg[/img]

    @Kamil: Also ich stehe ja bekanntlich total auf japanische Musik, aber DAS ist sogar mir zu viel…

  • Johanna sagt...

    Ey, das kann ich auch! :)

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