Veröffentlicht: Sonntag, 3. Januar 2010
Oder auch “Wo die wilden Kerle wohnen” läuft seit dem 17. September auch bei uns im Kino. Letzte Woche hab ich es dann endlich mal geschafft, zwischen den ganzen Weihnachtsplätzchen und Tannenbäumen mit Mario ins Kino zu gehen. Wir waren in der Nachmittagsvorstellung und haben uns extra ganz klein gemacht, weil wir Riesen uns frecherweise zwischen die ganzen Kinder gedrückt haben.
Ganz ganz grob hatte ich die Geschichte noch im Kopf und irgendwo in den Weiten unseres Speichers ruht wohl auch noch das gleichnamige Bilderbuch von Maurice Sendak, welches 1963 erstmals veröffentlicht wurde und seitdem ein beliebtes Kinderbuch ist. Worte wurden nur sparsam zwischen den Federzeichnungen verwendet.
Der kleine Max segelt mit seinem Schiff in eine unbekannte Welt und trifft dort auf so zauberhafte Wesen, dass man sie im Film nicht besser hätte darstellen können. So schöne Phantasietiere hab ich noch nirgendwo gesehen. Mit so viel Liebe zum Detail und Kreativität gestaltet, dass sie so real wirken, dass ich fest davon überzeugt bin, dass es diese Welt da draußen zwischen den ganzen Betonlandschaften wirklich gibt.
Spike Jonze, der die Regie des Films übernahm und den man eigentlich von den Filmen “Jackass: Der Film” und “Jackass: Nummer Zwei” her kennt, überraschte völlig und ganz auf seinem aussergewöhnlich anderen Themengebiet. Das Ganze wird zusätzlich mit so schön verträumter Musik hinterlegt, welche die Yeah-Yeah-Yeahs-Frontfrau Karen Orzolek für den Film schrieb.
Ein bunter Mix aus Menschen, die einen ganz tollen Film, basierend auf einem Kinderbuch geschaffen haben. Schade finde ich eigentlich nur, dass für Kinder nicht wirklich viel in dem Film passiert. Wenn es ein Kinderbuch ist, sollte man auf die kleinen Geschöpfe unserer Erde auch mehr eingehen, denn schließlich sind sie es, welche ganz heiß auf den Film sind und deren eigene Gedankenwelt mit dem Film befriedigt werden sollte. Das spiegelt Max im Film ja auch wieder, ein phantasiegeladenes Kind. Der Film ist eher ein poetisches Werk, zärtlich und tiefsinnig über das Leben für das Leben, aber meiner Meinung nach nicht direkt für Kinder.
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Als Kinderfilm hab ich ihn nie gesehen… poetisch finde ich beschreibt es wirklich gut. Spike Jonze kennt man doch denke ich vor allem von tollen Musikvideos (v.a. Daft Punk, Fatboy Slim, Chemical Brothers, Weezer & Björk) und natürlich dem Film “Being John Malkovich”.
Das is aber schon ironie, oder? Dass du von spike jonze tiefgang überrascht bist u ihn hauptsächlich (!) von filmen wie jackass kennst? :)
Ich fand den Film unfassbar schlecht. Ohne Rhythmus, dafür mit Längen. Den kleinen Jungen fand ich leider sehr unsympathisch. Das macht es nicht leichter. Ich hab keine Sekunde die Position eines “im Kino sitzenden” verlassen und fühlte mich nie “im Film”. Die Musik war toll, die Kostüme und das Licht auch, aber der Funke ist kein einziges mal übergesprungen. Leider. Und für Kinder is der auch nix.
Bin über den spitzen Kurzfilm “We´re once a fairytale” mit Kanye West in der Hauptrolle auf Spike Jonze aufmerksam geworden und hab seitdem so ein bischen verfolgt was er so produziert bzw. schon gemacht hat und der Typ gefällt mir:)!! Sehr innovativ der Mensch. Hab von dem Film bisher leider nur einen längeren Trailer sehen dürfen, da der Film hier noch nicht in den Kinos läuft. Das Kinderbuch kenne ich noch aus meiner Kindheit. Der Film selber ist absolut traumwandlerisch, mit sehr viel Phantasie gemacht, vorallem die Wilden Kerle sind sehr gut inszeniert. Was ich auch sehr gut finde ist, dass Herr Jonze hier einen Bruch begeht und den Film auch für Erwachsene inszeniert. Großes Kino !!!
grüße, Daniel
Den Film will ich auch noch sehen. Sollte mich mal beeilen, läuft sicher nicht mehr lang in unserem kleinen Programmkino um die Ecke.
Hat dieser Jonze nicht auch das Fairytale-Video für Kanye West gemacht?
Ist schon richtig, der Film ist kaum für Kinder geeignet. Schon der ständige Bezug auf den manisch-depressiven Zustand dürfte für Kinder schwer verständlich und zT sicher auch verwirrend sein. Als Reise in die Seelenwelt des Jungen ist es aber sehr schön geworden und regt in wunderschönen Bildern und toller Musik schon zum Nachdenken an. Man möchte schon fast am Ende mitjaulen.