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Sympathy For The Hanged Man
Foto: Sony Pictures Classics
Das Kabinett des Dr. Parnassus
Sympathy For The Hanged Man
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Mittwoch, 13. Januar 2010

Fast zwei Jahre ist es nun her, dass der Schauspieler Heath Ledger durch eine Überdosis an Medikamenten von uns gerissen und nicht zuletzt als der Joker in “The Dark Knight” unsterblich wurde. Bekanntlich war der unter anderem aus den Filmen “10 Dinge, die ich an Dir hasse”, “Brothers Grimm” und “Brokeback Mountain” berühmte Australier vor seinem plötzlichen Tod mit den Dreharbeiten zu Terry Gilliams Streifen “The Imaginarium of Doctor Parnassus” beschäftigt, der seit letzter Woche auch in den deutschen Kinos läuft. Sandra und ich haben uns auf die Jagd nach einer zusammen gewürfelten, unrunden und mit Gewalt passend geschnittenen Story gemacht und wurden stattdessen von einem bildgewaltigen und imposanten Epos überrascht, das ein würdiges Ende von Heath Ledgers Filmkarriere darstellt.

Die zauberhafte Geschichte um das heimatlose Illusionskabinett von Dr. Parnassus und seinen charaktervollen Anhängern reißt seine ungläubigen Besucher ab der ersten Minute mit, garantiert ein knallbuntes Abenteuer voller Geheimnisse, Mysterien und Wendungen und baut die plötzlichen Besuche von Gesichtern wie Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law gekonnt in die vor Phantasie nur so strotzende Welt mit ein. Und selbst dem Ritter aus Leidenschaft wird in einer kurzen Sequenz ehrenvoll gedacht.

Terry Gilliam hat es trotz oder gerade wegen dem Ableben seines eigentlichen Stars geschafft, einen Film zu kreieren, der durch den väterlichen Christopher Plummer, den aberwitzigen Verne Troyer und eine atemberaubend scharfe Lily Cole ein immer währendes Meisterwerk bleiben wird. Und damit habe ich jetzt alle positiven Worte, die ich für dieses Jahr in mir hatte, für nur einen Film verbraucht und werde die nächsten 352 Tage alles andere hassen. Außer vielleicht “Alice im Wunderland“.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

7 Kommentare

  • Philipp sagt...

    Lily und ihr Schamhaar hab ich irgendwie erst seit diesem Film auf dem Schirm. Fand ihn auch ganz okay, hat aber am Anfang ein bisschen gedauert bis die Geschichte losging.
    Den Heath Ledger Ersatz in Form von,Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell fand ich überraschend unauffällig, dementsprechend gut.

  • Marija sagt...

    ich fand Jude Law kacke, aber der rest war bezaubernd. Lily ist fantastisch. Heath war ein richtiger Künstler :-((

  • stiller sagt...

    Auch so ein Must-See-Film in diesem Jahr. Allein diese Absurdität im Trailer ist großartig. Und ich hoffe ja wegen des Titels an eine Art Kabinett des Dr. Caligari.

  • Jeriko sagt...

    Wie sie Depp, Law und Farell eingebaut haben war schon nicht schlecht, ist allerdings bei der Story auch nicht schwer. Ein Epos oder Meisterwerk ist es deswegen aber nicht geworden, eher “okay” – auch und gerade im Bezug auf seine früheren Filme (Fear and Loathing…, 12 Monkeys, Brazil …)

    Und es hatte Tom Waits!

  • Eay sagt...

    Jetzt bin ich noch ein bisschen mehr gespannt! Vielleicht schaff ich’s ja heute Abend in den Film…

  • Marlies sagt...

    Law fand ich eher unpassend, der restliche Film ist aber absolut toll und sehenswert!

  • Mauri sagt...

    Egal wie der Film ist,
    sie ist wunderschön!

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