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Pete Doherty
Foto: Archiv
Lieblingsmuschi oder Krautsalat?
Pete Doherty
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Mittwoch, 9. Dezember 2009

Wer wohnt in ‘ner Drogenwelt ganz tief im Sumpf? Pete-do-her-ty! Na gut, zugegeben, unser Lieblingsdruffi hat am vergangenen Wochenende in Berlin vielleicht ein ganz klein wenig über die zugekokste Strenge geschlagen, als er betrunken ein wehrloses, parkendes Auto mit einer Bierflasche angriff und verdutzte Passanten die Polizei riefen, weil das Kraftfahrzeug nicht wie gewohnt in Flammen aufging. Als Belohnung durfte der nette Herr mit dem tätowierten Anzug seinen Rausch auf der Wache ausschlafen. Und weil allein diese Vorstellung gereicht hat, um den Exfreund von Kate Moss wieder in aller Munde zu bringen, stellen wir heute hier und jetzt die Frage der Frage: Lieblingsmuschi oder Krautsalat?

Lieblingsmuschi: Der Pedder ist wohl eines der größten Songwriter-Genies unserer Zeit und hat sowohl gemeinsam mit seinen Bandkollegen der Babyshambles und Libertines als auch solo eine gute Figur gemacht. Ohne “New Love Grows On Trees“, “Music When The Lights Go Out” und “Fuck Forever” möchte kein Mensch mit Ohren mehr leben. Er gilt mit seiner dürren Figur, den Anzügen und der lockeren Kopfbedeckung als Markenzeichen als absolute Stilikone in London und Berlin.

Wer Pete Doherty trägt steht für einen lockeren Umgang mit dem Leben, der Macht auf alles zu scheißen, was einen nicht interessiert. Drogen, Frauen, gute Musik – und das alles ohne Anstrengung. Man ist es einfach. Und wen die Musik und der Stil nicht von der absoluten Überlegenheit Dohertys von jeder anderen Figur auf diesem Erdenrund überzeugt hat, dem seien nur drei Worte gesagt: Kate. Moss. Gepoppt.

Krautsalat: Es ist ein Wunder, dass er überhaupt in eine der gemütlichen Berliner Zellen gepasst hat, so aufgequollen ist Pete Doherty seit neuestem. Drogen nimmt er regelmäßiger ein als jede Art von Obst und Gemüse, er sieht aus wie eine fette Wasserleiche und spritzt mit Vorliebe Blut und andere Flüssigkeiten in nahe liegende Kameras. Er ist unzuverlässig, kam einfach nicht über das Beziehungsende seiner großen Liebe hinweg und wird wohl in naher Zukunft das Zeitliche segnen. Der Junge muss unbedingt zum Arzt.

Fazit: Modejunkies hassen Pete Doherty für den Stilfluch, den er über die Metropolen Europas gebracht hat, Eltern fürchten ihn als Antivorbild in Sachen Drogen, Sex und Alkohol für ihre Brut und selbst Prostituierte dürften sich vor allerlei medizinisch unbekannten Krankheiten fürchten, die der Sänger in sich ausbrütet und die irgendwann kollektiv aus ihm herausbrechen und eine neue Zeit der Apokalypse über diese Welt bringen werden.

Aber eins steht fest: Er ist ein grundsympathischer Typ, der den ganzen Scheiß nur anstellt, weil er irgendwie nicht mit dem Leben klar kommt. Und in diesem Charakterzug finden wir uns wohl alle wieder. Schließlich ist dies doch allemal besser, als ein durchorganisiertes Arschloch, welches wegen Ruhm, Geld und Frauen über mentale Leichen geht. Pete, wir lieben dich und geben dir einen Tipp auf den Weg mit: Schalte doch mal ‘nen Gang runter, du Lieblingsmuschi.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

13 Kommentare

  • mandarine_one sagt...

    pete doherty die alte skandalnudel geht gar nich… der schreibt doch seine songs nichmal selber… das machen seine drogen für ihn!!

  • Hannes sagt...

    na dann nenn mir doch mal einen künstler der ohne drogen geile lieder macht

  • HUNDERTMARK sagt...

    letzte Woche im Prenzlauer berg gesehen mit verdrogter blonden Frau beim White-Trash vorbeigelaufen

  • Na, cool, die wird sich freuen. Eine Nacht mit Pete und nichts davon mitbekommen

  • MC Winkel sagt...

    Ich finde den mehr so geht so. Weil: “größten Songwriter-Genies unserer Zeit” – wieso? Was hat er gesagt, was nicht 100e vor ihm gesagt haben? Sein Style, die Ehrlichkeit (wenn man bei einem Junkie überhaupt von “Ehrlichkeit” reden kann) und die Authentizität sind etwas Besonderes. Aber nicht besonders gut.

  • Tom sagt...

    Ich bitte unbedingt um Kenntnisnahme, dass Doherty bereits als Teeny mehr als nur cool war: Beweis: Doherty auf MTV beim Anstehen für ein Oasis-Album.

    http://www.youtube.com/watch?v=Quba72Xli8o

  • Johanna sagt...

    Ich bin est dvon überzeugt, dass er auch ohne Drogen ein Genie wäre. Und das ist er.
    Aber es wird tragischerweise vermutlich so ausgehen, dass er einen Jimi-Hendix-Jim-Morrison-Tod erleiden wird, der ihn dann zu soner Art Gottestatus verhelfen wird.

  • baspen sagt...

    Tragisch, tragisch… Aber gute Songs hat er geschrieben…

  • Anne sagt...

    Ich liebe ihn alleine für seine Musik. Schade, dass die meisten nur Regenbogenpresse-Pete kennen und nicht mal wissen, dass er Musik macht.

  • Gina sagt...

    ich fand den nie besonders spannend. ich hielt ihn aber mal für ein einhorn, unschuldig und pur irgendwie. aber das ist glaubich weg. ist vielleicht auch nicht seine schuld, aber was weiß ich. er ist nicht mehr sympathisch und er benimmt sich wien scheißwichser.

  • Monchou sagt...

    Oh dude…
    Wen interessiert es, ob er oft und auf gequollen in der Presse stand, wenn man sowieso nichts von der Presse hält? Und ganz ehrlich: Das tut ihr doch wirklich nicht, oder?
    Also -> 1. Skandal? Who gives a shit.
    Skandale, die unsere Indiepolizei juckt, sind reine selektive Auswahl von Wirklichkeit. Fast wie bei der NASA. Haha.
    2. Drogen. Ach komm, der, der noch nie Drogen genommen hat, soll den ersten Stein werfen. OK. Metapher passt nicht, aber man weiß woraufs hinaus läuft.
    3. Blut in die Kamera spritzen, woohoo – MTV, ja? Who gives a shit.

    Im Großen und Ganzen mag Ich diesen Typen. Anderes interessiert nicht.

  • [...] wie aufgedunsen, besoffen und dauerdruff unser Pete(r) Doherty doch ist, er bleibt ohne Zweifel einer der großartigsten Textschreiber unserer Zeit. Mit [...]

  • Gottkaiser sagt...

    OK. Ihr müsst aufhören zu bloggen, unbedingt!

    Macht es lieber wie das angebliche SuperSongGenie und erspart euch der Welt durch freiwilligen Abgang – und falls ihr dabei irgendwie medial auffällig werdet – kann ich ja dann über euch bloggen :]

    Aber bis dahin – bitte – Sendepause. Ist jetzt glaub’ ich eh Trend – seine SocialBettworkingAccounts zu schließen und die Blogs zu löschen – BACK TO HTML 2.0!

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