Veröffentlicht: Freitag, 25. Dezember 2009
Manchmal sind wir echt hohle Geschöpfe und haben es gar nicht verdient den Planeten Erde zu besiedeln und ihn mehr oder minder erfolgreich, also ich mein jetzt abgesehen von der Armut, Aids, Apps, Krieg und Klimawandel zu leiten. Wir alle bauen mal Scheisse und das ist oft auch gut so. Nach einem Tief kommt immer ein Hoch und wenn man nicht ganz unten war wird man nie wissen wie es oben ist und schon gar nicht erst zu schätzen wissen. Trotzdem müssen manche Sachen eigentlich einfach nicht passieren, aber da sie womöglich die einfachsten Dinge des Alltages sind, oder gerade deswegen, ist es manchmal unmöglich mit ihnen klar zu kommen.
Da wird sich dann rausgeredet, verdreht, umgedreht, abgewandelt und aus einem Krümel ein Keks gemacht, aus dem Keks wird dann ‘ne Kekspackung und zum Schluss ist das altbekannte Krümelmonster am Start und man hat den Dritten Weltkrieg heraufbeschworen. Tolle Wurst. Und wieso machen wir das? Weil es uns Angst macht, dass gerade uns auch mal etwas tolles widerfährt und es einfach gut läuft im Leben? Dass eigentlich alles gerade eigentlich ganz toll ist, aber man es nicht wahrhaben kann? Oder überkommt uns einfach nur die Langeweile und wir möchten weiter jagen und unser Revier ausbreiten? Ist doch Banane.
Das ist wohl das Schwierigste an der Liebe. Sie zu akzeptieren, wahrzunehmen und gegebenenfalls daran zu arbeiten. Es ist nicht alles Gold was glänzt und heutzutage bekommt man auch nichts mehr geschenkt. Man muss versuchen sich selbst auch einmal von außen zu betrachten, sich Gedanken über sein eigenes Verhalten machen und sich vielleicht die ein oder andere Sache auch mal einzugestehen und sie dann auch wirklich zu verändern.
Wieso sagt man schnell mal etwas richtig böses zu jemandem, anstatt etwas liebes? Wieso lassen wir den Partner nicht auch einfach mal ein bisschen Freiraum? Und wieso versuchen wir manchmal auf eine ganz blöde Art und Weise Aufmerksamkeit zu bekommen? Weil wir nicht anders können. Weil der Vernichtungsdrang in uns schlummert und wir aus irgendeinem Grund manchmal genau das Gegenteil von dem machen was wir eigentlich möchten. Das ist scheiße – ja – und alles auch gar nicht so einfach, aber wenn diese Phase mal überstanden ist, dann ist auch wieder alles in Ordnung und man ist im nächsten Level der Beziehungskiste.
Wir sollten einfach öfter mal die Dinge laufen lassen, ohne zu versuchen sie großartig zu beeinflussen und uns nich immer unnötige Gedanken zu machen. Aber kein Wunder, dass das nur ein Bruchteil von uns hinbekommt, wenn man das so im Leben auch nicht mehr machen kann, oft funktionieren muss und unter Stress steht. Eine Freundin von mir hat mal gesagt: “Wieso kann man sich nicht einfach lieben?”.
Liebe reicht heutzutage leider oft nicht mehr aus um in einer Beziehung klarzukommen. Da spielen dann auf ein mal ganz andere Faktoren eine Rolle, an die unsere Vorfahren im Leben nie gedacht hätten. Die eigene Karriere zum Beispiel, der Studienort, das Hobby, der Freundeskreis, Kinderwunsch, die Eltern, der soziale Standpunkt. Das alles ist in den Jahren breitgetreten worden und hat sich auf ein paar Kilometer und Ansichten ausgebreitet. Vielleicht sollten wir’s trotzem versuchen. Einfach lieben.
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wow..schöner Artikel zum 1. Weihnachtsfeiertag. Und sehr viel wahres.
ja tip top artikel! nun noch einige meiner gedanken dazu:
“………andere Faktoren eine Rolle, an die unsere Vorfahren im Leben nie gedacht hätten. Die eigene Karriere zum Beispiel, der Studienort, das Hobby, der Freundeskreis, Kinderwunsch, die Eltern, der soziale Standpunkt………..”
und wäre die Liebe mal bisschen öfter wirklich im spiel, bräuchte man das da oben weitesgehend garnicht mehr – denn was ist wichtiger ? Liebe o. Hobby ? Freundeskreis o. Liebe ? sozialer Standpunkt o. Liebe ? Studienort o. Liebe ? Ja es ist in wahrheit immer die Liebe, sollte was anderes noch ne große rolle spielen ist es wohl nicht die Liebe und darüber sollten sich einige menschen auch ma bewusst werden :)
Aber evtl. ist einfach lieben auf dauer auch zu langweilig. Kleine Streits machen doch gerade das aus, was eine Beziehung so interessant macht. Ohne die wäre das doch etwas langweilig. ;) Oder nicht?
ja mike da hast du wohl recht! nur zu viel streiten ist doof
danke, du triffst es genau.
Der Text erinnert mich seeeehr an die Gedanken aus dem Buch “Mängelexemplar.” :D
du vergleichst mich mit sarah kuttner? wow das seh ich als kompliment…denk ich mal auch wenn ich nicht so n fan von ihr bin, ist das buch denn gut?
Ja, mir hat das Buch gefallen. :) Keine Weltsensation, aber sehr nett zu lesen. Ein bischen so, dass man sich zwischendurch schämt und sich hintern Buch versteckt, weil man sich ertappt fühlt.
hab mich grad schlau gemacht. ich glaub das muss ich mal lesen!
Toller Text, kann ich nur unterschtreichen!
Schön geschrieben… deine letzten Texte haben mir eigentlich so gut wie alle gefallen, weiter so :)
Momentan bin ich zwar in keiner festen Beziehung mehr aber genau darüber habe ich mir erst Gedanken gemacht. Es ist alles einfach nur so wahr was du geschrieben hast, danke!
wo darf ich unterschreiben…?
“Wieso sagt man schnell mal etwas richtig böses zu jemandem, anstatt etwas liebes? Wieso lassen wir den Partner nicht auch einfach mal ein bisschen Freiraum? Und wieso versuchen wir manchmal auf eine ganz blöde Art und Weise Aufmerksamkeit zu bekommen? Weil wir nicht anders können. Weil der Vernichtungsdrang in uns schlummert und wir aus irgendeinem Grund manchmal genau das Gegenteil von dem machen was wir eigentlich möchten.”
Ich glaube nicht, dass wir etwas zerstören möchten. Ich glaube eher, dass die Angst vor dem Verlust des Partners dahintersteckt. Und weil wir die verrücktesten Dinge tun, um ihn zu halten. Dadurch zerstören wir vielleicht etwas, aber nicht vorsätzlich. Das macht gar keinen Sinn.
ih find hanna toll, sie schreibt mir aus der seele, hanna hat voll toll geschrieben !
Weil man sich selbst niht liebt, deshalb sagt man etwas böses, weil man es eigentlich zu sich selbst sagen will… es aber nicht fertig bringt.
Vielleicht liegt das Problem darin, dass wir meist so erzogen wurden, dass Liebe = Gehorsam ist und wir auch den Umkehrschluss verinnerlicht haben? Viele Beziehungsstreitereien basieren ja darauf, dass Erwartungen nicht erfüllt werden oder gar erfüllt werden können. So wie von den Eltern vorgelebt wird dann gerne mal „Liebesentzug“ als Strafe eingesetzt.
Wenn Liebe nun nicht mit Gehorsam gleichgesetzt wird, unterliegt man nicht mehr der Gefahr, ständig an der Liebe zu zweifeln. Denn Lieben heißt ja eigentlich auch Respekt, Toleranz und Akzeptanz. Dabei muss nicht alles auf einmal zutreffen, man kann jemanden ja respektieren ohne Taten von ihm zu akzeptieren und man kann die Taten dann sogar noch tolerieren. Respekt, Toleranz und Akzeptanz wird ja auch gerne über einen Kamm geschert.
“Wieso kann man sich nicht einfach lieben?”.
Man kann, man muss es nur zulassen und aufhören alles zu werten. Ich glaube die Erzählungen von Jesus zeigen, wie das ungefähr gehen könnte.
An dem Gedanken des Mitlesenden Freundes ist etwas dran. Allerdings fehlt mir der klare Basispunkt “Liebe” in der Argumentationsstruktur. Klingt wie eine Interpretation einer Matheaufgabe, merke ich gerade, ist aber so gemeint: Ich muss ja jemanden nicht lieben, um ihm mit Respekt, Toleranz und Akzeptanz zu begegnen. Im Normalfall sollten unter anderem diese drei Schlagwörter Grundlage der Sozialkompetenz gegenüber allen Menschen sein.
Die Frage geht vielleicht genau in die andere Richtung: Wenn zur Liebe auch Respekt, Toleranz und Akzeptanz gehören – natürlich – warum entgleitet einem sein eigenes Verhalten im Zusammenhang mit genau diesen drei Dinge oftmals besonders häufig dem gegenüber, den man liebt? Warum ist man teilweise zur Verkäuferin beim Bäcker charmanter, netter und rücksichtsvoller als zum eigenen “Liebespartner”?
Und dabei möchte ich weder in Plattitüden versinken wie “Man verletzt die die man liebt immer am meisten” (Ach ja? Aber warum!) noch eine interaktive Chat-Psychologiestunde inklusive Seelenstrip vom Zaun brechen (á la “Da ist wohl etwas in uns schlummernd, das uns Dinge kaputt machen lässt, die wir lieben …”).
Aber wenn sich jeder mal ganz für sich alleine die untranszendentale Frage stellt “warum?” – dann kann das vielleicht helfen.