Veröffentlicht: Montag, 21. Dezember 2009
Die kleinen Dinge sind mir wichtig und Kleinigkeiten, für die andere vielleicht überhaupt nie niemals einen Gedanken opfern würden fallen mir oft ins Auge. Das Auto in der Fraunhoferstraße (Caro hat übrigens Fotos gemacht, die’s bald gibt) fällt mir deswegen sofort auf und dass meine Nachbarin den gleichen Untertopf hat wie meine Mutter bringt mich auch jedes mal zum staunen, weil wir ihn irgendwie noch von Oma bekommen haben und das Ding sowieso ganz schön hässlich ist. Aber darum geht es ja eigentlich auch nicht. Die Dinge sind da und ich sauge sie auf. Einer meiner Lieblingswahrnehmung ist Fatcat. Ja. Fatcat gibt es wirklich und zwar nich nur aus billigen YouTube-Filmchen.
Neee sie lebt in der Nähe vom Harras und ist eine reine Hauskatze. Jeden morgen laufe ich an Fatcat vorbei. Das jetzt schon seit fast drei Jahren, so dass ich ihr Verhalten genau studieren und analysieren konnte. Fatcat ist dick, weiss und hat ein schwarzes Ohr, auf der Brust noch einen schwarzen Fleck und ja eigentlich ist sie eine von den Fatcat-Katzen die ihre Pfötchen mit ihrem eigenen Whiskasspeck verdecken. Fatcat wohnt glaube ich nur in diesem einen Zimmer, in das ich auch immer reinschauen kann.
In der Ecke hat sie einen meterhohen Kratzbaum, auf dem sie ab und an gerne oben drauf liegt. An den Wänden hängen nur Katzenfotos und Fatcat hat liebenswürdigerweise ein mit Flauschdeckchen überzogenes Podest am Fenster stehen, daneben ein kleines Körbchen und ab und an steht auch ein Töpfchen Katzengras Tag und Nacht für sie bereit.
Im Sommer, wenn’s schön warm ist, darf Fatcat frische Luft schnappen. Dann wird ein feinmaschiges Gitter vor dem Fenster angebracht und die Rollos ‘n bisschen runter gelassen so dass sie sich nie niemehr in die Freiheit stürzen kann. Das macht mich langsam echt traurig. Fatcat ist dick, sitzt gern am Fenster, darf aber nie raus. Tierquälerei eigentlich.
Übergewicht ist nicht gesund und die mangelnde Sauerstoffzufuhr – außer in den Sommermonaten – wohl auch nicht. Das Highlight ist, dass Fetti jetzt vor ihrem Fenster bzw. an ihrem Fensterbrett ein Vogelhäuschen hat. Angeschraubt am Fenster oder so. So praktisch Fernsehen für die Mieze. Wo ist das Vögelchen. Und so. Appetitanreger. Und so.
Die Katze hat doch kein Leben. Sie gehört nach draußen und da ihre Besitzer das wissen, versuchen sie ihr schlechtes Gewissen mit “anscheinend” katzengerechter Arterhaltung und Muschi-Accessoires zu beruhigen. Tolle Wurst. Und was haben wir davon? Ja genau wir sind glücklich. Wir können permanent jemanden in den Arm nehmen, der sogar zu dick zum weglaufen ist. Jemanden den wir knuddeln können, uns keine Widersprüche gibt. So robotermäßig. Das Haustier macht uns einfach glücklich. Es macht uns glücklich und nur das ist wichtig.
Wie oft laufen wir bitte mit diesem Gedanken im Leben umher und lassen andere uns glücklich machen. So ist’s beim Sex, bei der Arbeit, mit den Freunden, mit der Familie und dem Freund oder der Freundin. Oft ist es doch wirklich so, dass wir nicht selbst unser Glück schmieden sondern uns andere Menschen oder Gegenstände happy machen. Aus Bequemlichkeit sehr wahrscheinlich und nur zu oft müssen deswegen tausende von kleinen und großen Haustieren darunter leiden, werden dick gefüttert oder tot geschlagen, je nachdem wie wir erzogen worden sind und je nachdem was uns gerade glücklich macht. Das ist eigentlich manchmal ganz schön mies oder? Wir sollten uns öfter selber glücklich machen, anstatt andere dafür auszusaugen. Zum Beispiel durch Sport (das war jetzt ein Witz, ihr wisst alle, dass ich mich höchstens zum Kühlschrank bewege), ausschlafen, shoppen, Friseur und anderen Beautykram.
Aber letztendlich bin ich damit eigentlich auch einverstanden, wenn eine kleines Miezekätzchen darunter indirekt leiden muss um eine alte Frau happy zu machen weil sie sonst keinen hat. Und was wollte ich euch jetzt mit dem Text sagen? Sich öfter selbst glücklich machen natürlich! Zum Beispiel durch Selbstbefriedigung oder so…
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grad noch so die kurve bekommen.
ha, ich lauf jeden Morgen an der Fensterkatze vorbei, die wohnt im Haus nebenan. Sie wohnt in dem Fenster im EG, glaub ich. Sie ist aber nicht fett.
Hm, ich hätte gern einen mikrokleinen Handtaschenhund,so als Spielzeug, wenn mir langweilig ist. Den würd ich nicht quälen, ist ja ein Lebewesen.
Aber ich hol mir glaub ich eine App aufs iPhone, ist glaub ich besser.
Wenn die Quintessenz Selbstbefriedigung ist, sollte diese auch in die Tags rein! :D Aber wie kommt man durch den Anblick einer Katze schlussendlich zu dieser Zusammenfassung? Sehr schön!
http://z0r.de/1379
DA DAS IST SIE! :D
Jetzt mal Vorsicht! Ich habe auch zwei Katzen, die ich sehr vergöttere. Besagte Vierbeiner haben viel Spaß zusammen und ich ergötze mich nicht an Gucci-Accessoires für kleine Muschis oder zwänge sie in S/M-ähnliche Bandagen, um sie herumzuführen. Geht ja auch nicht. Die brauche ich ja, falls Hannah mal vorbei kommt.
du stehtst auf sm? dann überleg ichs mir mal ob ich überhaupt irgendwann mal vorbeikomme;)
Ich hatte auch jeden abend wenn ich nach Hause gefahren bin ne Katze aufn Weg. Immer an der gleichen Stelle hat sie innen Busch geguckt.
Eigentlich ein schöner Artikel, wäre da nicht der letzte Satz. Die Haustiere werden ja nicht für kurzfristiges Glück inhaftiert, sondern für langfristiges und nicht nur rein körperlich induziertes Glück.
Fatcat hat übrigens einen Leidensgenossen:
http://www.simonscat.com/fedup.html