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Tegan and Sara in Berlin
Foto: Letter send to you
Fette, fette Lesbenparty
Tegan and Sara in Berlin
Von Marcel Winatschek
Veröffentlicht: Samstag, 28. November 2009

Wenn die singenden Lesben Tegan and Sara zum großen Sangesfest rufen, können wir natürlich schlecht absagen. Also schnappten Sara und ich uns am Donnerstag Abend Umschnalldildos, Liebeskugeln und allerlei Gemüse vom Türken an der Ecke, marschierten straight ins Astra Berlin ein und wurden dann von Tokio-Hotel-Gedenkfrisuren, knutschenden Brüsteinhaberinnen und der längsten Garderobenschlange aller Zeiten in Empfang genommen. Eins wurde uns bei diesem Anblick sofort klar: Die zwei Schwestern aus Kanada sind nicht mehr die zwei unbekannten Indieträllerkekse, die sie noch vor ein paar Jahren waren. Nein. Der böse, böse Mainstream hat sie erfasst.

Weil ich mein leckeres Fritz Kola aufgrund der fetten Mir-doch-scheiß-egal-ob-die-teuer-war-und-du-Durst-hast-geh-doch-sterben-Türsteherin nicht mit rein nehmen durfte, lauschten wir mit ein paar Bierchen in der Hand den gar lyrisch anmutenden Klängen des Amerikaners Astronautalis, der mit seinen witzigen Raps, den mitreißenden Reden und seinem roten Gesicht, das er immer so anspannte, als würde er wegen Bluthochdrucks gleich mit einem riesigen Knall explodieren, sogar die Herzen der muffigsten Hardcore-Emanzen im Sturm eroberte. Und das will schon was heißen. Sara kaufte sich auch gleich ein T-Shirt ihres neuen Helden und wenn ihr irgendwann mal die Chance habt, den Strulli irgendwo live zu sehen – tut es! So sehr schmeißt ihr euch vor Lachen selten weg.

Die beiden trällernden Zwillinge spielten mit ihren zahlreichen abwechslungsreichen Songs aus den guten alten Zeiten und dem brandneuen Album “Sainthood” ein sympathisches Programm ab, erzählten zwischendrin lustige Drogengeschichten aus ihrer Jugend und wurden von der im Schritt unrasierten Menge beinahe gelyncht, als Sara gestand, im zarten Alter von 13 Jahren mit einem Jungen ausgegangen zu sein. Die miese Verräterin. Meine sexy Chicks von Les Mads haben mit den beinahe dem Tod durch den Strang entkommenen Geschwistern Quin ein Videointerview geführt und ich musste mir nach dem Konzert erst einmal die Beine absägen, weil sie mir vor Schmerzen beinahe abfielen. Das nächste Mal nehme ich einen Klappstuhl mit – das könnt ihr mir aber glauben.

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Über den Autoren

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

6 Kommentare

  • Chrissy sagt...

    Die warn doch gestern in München? Da war doch das Pänsy *mein*

  • hannah sagt...

    ja die waren gestern in münchen. meine schwester war da.

  • anatawawho sagt...

    lolol~ da freu ich mich ja schon auf heute abend im kölner e-werk. :)

  • Jenny sagt...

    Also ich war gestern dort, in München. Das war voll von Modeopfern und Lesben. Zumindest glaube ich, das mal so kategorisieren zu können. Ich fiel da jedenfalls nicht auf. ;-)

    Und ein Shirt habe ich auch, das Motiv von dem roten war toll. Und der Typ, also – die “Vorband” – war furchtbar.

  • lettersendtoyou sagt...

    räusper räusper

    is ja ganz cool das du ein bild von mir verwendet hast
    aber nächstes mal wär fragen auch ganz nett

    (und “lettersendtoyou” wird zusammengeschrieben)

  • f***off sagt...

    im schritt unrasiert?-hardcore emanzen?was hören meine zarten ohren da im subtext?alt bekannte klischees?wie peinlich…

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