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Chaos bricht aus
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Chaos bricht aus
Von Hannah Maria Paffen
Veröffentlicht: Freitag, 4. September 2009

Es gibt Zeiten da erscheint einem sein Zimmer zu klein. Alles erdrückt einen und man hat dringend das Bedürfnis sein Zimmer komplett auszumisten. Wirkliche Lust dann aber auch die ganze Sache anzupacken und anzufangen ist schwerer als man denkt. Man umgeht das Chaos, denkt sich nette Geschichten aus damit man es nicht bewältigen muss bis einem der Kragen platzt und mitten in der Nacht schlie&szliglich anfängt aufzuräumen. Zuerst stört man ein wenig im Zimmer rum. Man hat nämlich schon völlig den Überblick verloren und die erste halbe Stunde vergeht wie im Flug und nach drei&szligig Mintuen sieht es noch genauso aus wie vorher.

Dann fängt man an. Behutsam räumt man alles von eine Ecke in die andere und wieder zurück. Bis es einen irgendwann zufriedenstellt. Man schmei&szligt auch die erste Zeit gar nichts weg. Lieber verstaut man es in ‘ner anderen Kiste und sagt sich selbst: „Das kann ich bestimmt noch mal gebrauchen“. Irgendwann packt einen aber das Wegschmei&szlig-Fieber und immer mehr nimmt man von den Gegenständen keinen Abschied mehr, sondern knallt sie knallhart in die Tüte.

Dann wiederum gibt es Momente, die zum Verweilen einladen. Ein altes Bild, lang verschollene Kästchen mit Zettelchen, Bücher, Briefe, Zeichnungen. Man guckt sie an, schaut sie durch, denkt nach, sortiert im Kopf, behält es oder auch nicht. Und auf ein mal wird einem klar was man hier überhaupt macht.

Es ist nicht das Zimmer was uns stört und es braucht eigentlich auch gar nicht unordentlich zu sein. Sein eigenes Leben wird durchwühlt, geprüft und entrümpelt. Überbleibsel des Exfreundes müssen weichen, Fotos mit der peinlichen Frisur vom letzten Jahr auch, alte Entwürfe, Krimskrams und noch viele andere Dinge kämpfen ums Überleben zwischen Mülltüten und Putzeimer.

Jedes Jahr wird mein Zimmer einmal grundentrümpelt und mit den alten Zeitschriften, welche ich heute schon aussortiert hab, könnte ich einen ma&szligstabsgetreuen Mammutbaum aus Pappmaché basteln. Was man nicht alles erst mal sammelt und verstaut, bevor man es irgendwann mal wegschmei&szligt. Ich hab einen Kalender von 2007 gefunden, die letzte Entrümpelung hat er anscheinend überlebt und auch die ersten Aktzeichnungen sind heute galant in den Mülleimer gewandert. Mich graut es davor morgen weiter zu machen, aber wenn dann doch mal wieder alles so ausschaut als ob man gerade erst eingezogen wär dann fühlt sich das richtig gut an. Nur… bis es soweit ist dauert es sehr wahrscheinlich ein paar Tage.

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Über die Autorin

Hannah lebt zur Zeit in Kempten, studierte Modedesign und widmet sich nun der Betriebswirtschaftslehre, um die Pflichten einer angehenden Weltherrscherin perfekt umsetzen zu können. Ihr größter Traum ist es, in naher Zukunft in einem billigen Horrorfilm mitspielen zu können. Als taffe Vampirjägerin. Oder modriger Zombie. Mal gucken. Alle Artikel von Hannah lesen oder eine eMail schicken.

12 Kommentare

  • Marlen sagt...

    Toller Artikel, mir gehts genauso. Vorallem wenns mir schlecht geht fang ich an aufzuräumen. Kleiderschrank, Schreibtisch, Bad, am liebsten so das es aussieht als wären meine vier Wände gar nicht bewohnt.

  • Tim sagt...

    nur dass das ganze bei mir schon knapp 2 wochen dauert, ich auf dem boden mit meiner matratze schlafe und es um mich herum wie bei nem messi aussieht. ich glaub ich packs nie alles wegzubekommen :D

  • saripari sagt...

    Uuuuuuh alter wo hast du das t-Shirt her ich will dat ich will dat ICH WILL ICH WILL ICH WILL NICHT DIE MAMA!!

    .. ich hab das übrigens in wei&szlig.

  • hannah sagt...

    du hast das tshirt in wei&szlig? auch net schlecht. hab ich in der kinderabteilung beim h&m ergattern können!

  • Lars sagt...

    hm, ich könnte eigentl auch mal wieder ausmisten.

    seit dem umzug vor ca. einem jahr hat sich bestimmt wieder ein haufen mist angesammelt :D

  • kid yeah! sagt...

    well said, i’m totally feeling you. did exactly that the past couple of weeks. twice!

    still, don’t throw away too much. i think memories are among the most valuable goods a person can own – and often enough you need a little piece of something tangible to trigger them.

  • saripari sagt...

    Haha ich habs mir aus der Männerabteilung geklaut :D

  • Einmal im Jahr? Respekt! Ich muss das jede Woche! ;-)

  • Chrissy sagt...

    Mach ich auch immer, aber bei mir fliegen auch öfters mal Möbel raus :D

  • Felix sagt...

    Die Momente in denen man verweilt sind eigentlich die schlimmsten. Ein guter Grund nur selten aufzuräumen :D

  • Paul sagt...

    Ja, ich muss auch mal wieder aufräumen. Auf meinem Schreibtisch sieht man schon kein Holz mehr, sondern nur noch Kram und Unterlagen.

  • Mike sagt...

    Hmm da hat es doch was gutes wenn man jeden Abend etwas aufräumt und dann hin und wieder nur einfachmal umräumt. Nur doof ist irgendwie, das man ständig Sachen findet, die man nochmal brauchen kann. Das Problem zwischen Mülleimer und Kiste. Aber egal! Irgendwann hab ich ne grö&szligere Wohnung und dann kann ich da alles verstauen was ich will…. bis sie zu klein wird! :D

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