Veröffentlicht: Montag, 17. August 2009
Wäre es nur der ältere Mann heute morgen im Supermarkt gewesen, der mir äußerst uncharmant und mit einem Hauch von Hass in der Stimme mitgeteilt hat, ich sollte doch mein (O-ton) „blödes“ Hinterteil etwas schneller durch den Eingang und weg von den Plastikkörben bewegen, und mir dabei auch noch recht unsanft mit seinem ebenfalls „blöden“ Einkaufswagen in die Fersen fährt, hätte ich mir gedacht: Ok, er: schlechter Tag; ich: schlechter Tag. Kann passieren. Aber was mir in den letzten Wochen an Respektlosigkeit widerfahren ist, lässt sogar mich nicht ganz kalt.
Angefangen vor ungefähr sechs Wochen an der U-Bahnstation meines Vertrauens spürte ich nach zwei Jahren hier in München erstmals entsetzte Blicke und Kopfschütteln gegenüber meiner Person. Warum? Keine Ahnung…??! Unschuldig blickend und extrem unspektakulär und unauffällig gekleidet stand ich da und wurde nach längerem Begutachten und Mustern von dieser etwas sektenhaft gekleideten Dame mittleren Alters darauf angesprochen, „ob ich denn in meinem Leben nicht auf eine andere Art Aufmerksamkeit erlange??!“ Äh… Hallo?! Geht’s noch?!
Mehr oder weniger unberührt von diesen Worten, jedoch schon ein klein wenig entsetzt davon, habe ich dieser Frau den Rücken gekehrt und bin eeeetwas eingeschüchtert in die anfahrende U-Bahn gestiegen… Frau von und zu Sekte mir hinterher, immer wieder mit der bohrende Frage und mit stetigem Kopfschütteln: „Na, sagen sie schon!! Oder wissen sie keine Antwort?? Na?? Naa?? Naaaaa???“ (Äh, ‘tschuldigung, aber was soll man da bitte noch sagen?) Hat diese Frau nichts Besseres zu tun als sich mit Problemen oder dem Äußeren von anderen Menschen zu beschäftigen, bleibt mir nichts anderes als Mitleid für sie…
Und wäre sie nicht so bescheuert gekleidet gewesen hätte ich sie mit ihren langen Haaren und dem ungefähr fünfminütigen Dauerkopfschütteln schon fast in die Metal-Fraktion eingeordnet, aber so konnte ich sie leider nur für psychisch angeschlagen abstempeln…
Zwei Wochen später werde ich zu späterer Stunde auf einem 2(!)-spurigem Fahrradweg, also mit Hin- und Rückweg (um das noch mal klarzustellen) von einem entgegenkommenden Herrn auf dem Fahrrad angeschnauzt. Der wollte mich doch glatt mal anzeigen… oder bei der Polizei melden… jedenfalls irgendwas mit Polizei und Anzeige…mehr habe ich durch den Fahrtwind nicht verstanden… Naja, für mich alles sehr lächerlich…und bis jetzt ist mir auch noch keine Anzeige ins Haus geflattert, wie auch…
Nur ein paar Tage später schiebe ich mein Rad die Sendlinger Strasse entlang, als mir plötzlich ein älterer grauhaariger Mann fast ins Gesicht springt, mich mehrmals mit „ARSCHLOCH“ beschimpft und mir mit seinem übelsten Oberbayerisch unterstellt: „Dia hoams doch nein Hirrn neigschissa…“, also auf Hochdeutsch: Man hätte mir ins Gehirn geschissen! Sorry, aber diese Art von Beleidigung ist selbst mir eine Spur zu hart! Und NEIN, dieser Herr leidet auch sicher NICHT unter dem Tourrett-Syndrom, das kann ich durch seine präzise Aussprache sicher ausschließen!
Die Krönung war dann vor wenigen Tagen, als ich ein Ehepaar Anfang 70 beim Abbiegen mit meinem Fahrrad freundlich über die Straße gelassen hab… Als Dank – wie könnte es anders sein – Beschimpfungen und ein heftiger Schlag mit dem Regenschirm gegen meine Rückseite.
So. Und jetzt erklärt mir bitte weshalb sich vorzugsweise die etwas ältere Schicht Münchens gegen mich verschworen hat? Liegt es wirklich an ein klein wenig Farbe und metallischem Lächeln, dass man den Respekt gegenüber dem Anderen völlig verliert?? Treibt die allgegenwärtige Finanzkrise die Menschheit in den Wahnsinn?? Oder ist es etwa doch die Schweinegrippe, welche sich in die kleinen Brains einschleicht, die letzten Gehirnzellen befällt und den Verstand der Menschen ausrottet??? Wer weiß…
Ich werde mich jedenfalls nicht vom Menschenhass mitreißen lassen und weiterhin, gemäß meiner guten Erziehung und meines Gewissens, meine Mitmenschen mit Respekt und Würde behandeln. Auch wenn’s manchmal schwer fällt.
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Immerhin sagen sie in München überhaupt noch irgendwas. Hier bei uns in der Gegend werden die Leute auch Stück für Stück unfreundlicher, bleiben aber total stumm dabei. Im Supermarkt wird man bedrängt, angerempel, es wird vorgedrängelt und das alles, als ob es selbstverständlich wäre.
Ein freundliches “Hallo”, “Guten Tag” oder “Guten Morgen” habe ich schon lange nicht mehr von anderen Leuten ausgehend vernommen. Erst nachdem ich, freundlich und wohlerzogen wie ich bin, sie gegrüßt habe kommt ein gegrunztes Etwas aus ihrem Mund. Manchmal auch nichts oder doch eher meistens.
Und ich will jetzt nicht irgendwie menschenhassend wirken oder sogar rassistisch, aber bei uns sind es hauptsächlich Touristen und Ausländer, die sich aufführen als wären sie das Beste, was die Welt jemals gesehen hat und alle anderen wären nur 2. Klasse-Menschen.
Oo Ich finde nicht, dass du in irgendeiner Weise seltsam, gruselig, beschimpfenswert oder sonst wie negativ aussiehst :D Vielleicht hattest du wirklich nur das Pech, innerhalb einer Woche an genau die Leute zu geraten, die schlecht drauf waren und irgendwen/irgendwas brauchten, an dem sie es auslassen konnten.
Vielleicht hast du ja auch ein riesiges Loch in deiner Hose und rennst schon seit einer Woche mit blankem Hintern herum!?
Also ich war letzte Woche in München (mein erstes mal). Wir haben eine Tv Show mit versteckter Kamera gedreht und es ging sehr schroff zu (ich musste einmal in der U-bahn den Kameramann stützen und die Leute in der Bahn zur Seite drücken, sodass niemand die Kamera verwackelt. Ich habe mich total gewundert wie die Menschen das hingenommen haben, auch sonst haben die meisten Menschen einen sehr netten Eindruck auf mich gemacht. Ich glaube nicht, dass es an der Kamera lag oder das ich zeitweilig einen Baseballschläger (Requisite) mit mir rumgeschleppt habe. Aber wenn ich jetzt den Text von dir lese, werde ich wohl bei den nächsten Drehs mal genauer drauf achten. Ich war zumindest sehr positiv von München den Menschen überrascht. Trinkt ihr eigentlich den ganzen Tag Bier? :D
Tristan
merkwürdiger gebrauch vieler satzzeichen!1!!11 das ist optimierbar!!!11
just sayin’!!111111eins
wie schrecklich =O ich kenn mich. ich häte spätestens bei der dritten respektlosigkeit angefangen zu weinen. Ich kenne sowas nur aus meinen “punk-zeiten” da hab ihc mir auch einiges anhören können. Ob ich von mars käme, oder ich solle mich mal waschen…
Also das liegt sicherlich nicht an Dir, da bin ich mir sicher!
Das liegt einfach an der Riege älterer Menschen, die meinen, auf sie muss am meisten Rücksicht genommen werden. (die armen armen kleinen Rentner, die nur auf die Straße gehn, um ihre Minifrustrationen an irgendwem auslassen müssen.)
Das fällt mir in letzter Zeit auch immer öfters auf.
Dass sie sich im Bus neben dir richtig breit machen dürfen und dich mit ihrem ekeligen Rentnerparfüm vollstinken ist selbstverständlich.
Und wenn man in der Bahn zum Zeitvertreib lieber PSP spielt, dann gibts nur Kopfschütteln und Kommentare wie: “Können sie diese Elektroteile nicht mal zuhause lassen?!”
Das nervt so wahnsinnig und macht es mir manchmal richtig schwer weiterhin höflich und respektvoll mit manchen Älteren umzugehen.
ich hasse auch alle menschen :D
Ach Carölein, in Berlin sieht’s da leider auch nicht anders aus. Eigentlich dachte ich in München wäre das ein wenig anders, wegen bayerischer Herzlichkeit und so, aber wenn du das so sagst.. Aaalles Idioten sag ich dir.
Also ich wäre sofort contra asi gewesen. wieso sollte man sich so etwas von älteren menschen gefallen lassen? vor allem mit der sektenfrau hätte man doch seinen spaß haben können.
mehr mut zum contra asozialentum!
und in münchen sollte man eh eine gewisse grundgrantigkeit mitbringen, damit man auch ab und zu ordentlich zurück granteln kann. und wenn man nur was beckenbauermäßig in seinen bart nuschelt.
wow wow.. hätte ich ehrlich gesagt von München auch nicht erwartet, wobei man sowas ja nicht generalisieren sollte.
Ich finde es doch sehr sehr weird, dass diese Leute durch ihr Verhalten als Moralapostel gelten wollen, an alte Werte appelieren, aber sich teilweise aufführen als hätten sie ihre entscheidenden Charakterformungsjahre in der Rütli – Schule verbracht.
Wer wundert sich noch über so manchen Jugendlichen, wenn es offensichtlich schon gewaltig an den Verhaltensgrundsätzen und den wesentlichen Prizipien von Respekt und Umgansformen dessen Erzieher mangelt. Ich nicht mehr.
Hier in Buenos Aires, kann ich mich absolut nicht über eine spürbare Unfreundlichkeit beschweren – Im Gegenteil man wird gegrüßt. In der Subte, in der meist ein Menschengequetsche wie vorm Bierzelt aufm Oktoberfest herrscht, hört man immer ein “permisso” und jeder hilft mit, dass der Aussteigende von fahrenden Menschenpresswurst wieder ausgespuckt wird.
Klar is das auch oft aufgesetzt und ab und zu vermisse ich doch schon mal das “ehrliche” deutsche Verhalten.
Wow..und ich dachte es liefe nur in meiner hessichen Assi-Stadt so.
Ka, langsam ist mir jedes amerikanische fake Lächeln und unehrliche arigato 1000mal lieber als sowas.
Pah. Ich wander aus.
Ich muss schon sagen…Caro du musst eine wirklich positive Wirkung auf Andere haben :D
Aber mach dir nichts drauß! DIe meisten Rentner werfen uns vor wir wären unhöflich,etc. ,aber wir sind es dann die den besagten Menschen den letzten freien Platz in der S-Bahn anbieten :)
die sind eben ein wenig verbittert ;) :D
Ganz Liebe Grüße