Veröffentlicht: Samstag, 2. Mai 2009

Heute war ein großer Tag für alle die gerade im dritten Ausbildungsjahr der ESMOD Japan stecken. Unsere japanischen Freunde sind uns deutschen ein wenig im Voraus. Sie stecken schon mitten drin im Diplomstress während wir Zweitklässler noch ne Runde in Tokio chillen und uns das Schauspiel erst mal aus der Ferne anschauen. Jurygespräch stand auf dem Stundenplan. Man muss bzw. sollte schön das gesamte Konzept vorstellen. Das heißt Formen, Farben, Figurinen und Entwürfe erklären und ein Outfit, zur Probe aus Nessel vorzeigen können. Hört sich alles sehr toll an und auch nach Spaß. Hört sich auch mega nach Kreativität an. Ist es auch. Aber stellt euch mal vor ihr müsst das ganze vor ca. 12 Lehrkräften inklusive Direktion der ESMOD Japan machen und euch die härteste Kritik ever anhören.
Da platzt der ein oder andere Designertraum ganz schnell. Das hart erarbeitete Konzept kann man rein theoretisch und auch praktisch sofort in die Tonne treten und die gesamte selbstkreierte Designwelt geht den Bach runter. Dann kullert euch auch noch die ein oder andere Träne die Backe herunter und blöde deutsche Austauschschüler sitzen mit im Raum, verstehen nur die Hälfte und schauen blöd aus der Wäsche. Tolle Wurst.

Es war echt interessant mal zu sehen was sich unsere Kollegen so hier und da mal vorgestellt haben. Womit sie mit ihrer Diplomkollektion in Zukunft herausstechen und punkten wollen. Viele von ihnen ließen sich von geometrischen Formen inspirieren. Dreiecke standen hoch im Kurs, vieles sah sehr futuristisch aus, hatte klare Formen und Strukturen. Zwischendrin wurden klassische Schnitte vorgestellt und manche ließen sich von der Gothicszene inspirieren welche in Tokio gerade aufblüht.
Der Renner ist noch immer schwarz und grau, aber auch blautöne waren mit dabei. Hier und da kam auch mal ein orange zum Vorschein. Am farbauffälligsten war wohl eine Schülerin mit dem Thema „Tokyo Punkrock Disco“. Lack und pinke Reißverschlüsse wurden hier vorgestellt. Das Thema Fetisch wurde ebenfalls von einer weiblichen Schülerin aufgegriffen und kreierte einen Stilmix aus Rick Owens und Gareth Pugh. Am außergewöhnlichsten war wohl ein Schüler, der sich von der berühmten Architektin Zaha Hadid inspirieren lies und so die merkwürdigsten Jackenformen konstruierte.
Stoffbearbeitungen aus alten Druckerpatronen, aus klein gehackten Fernseherbildschirmen, Spiegeln und andere verrückte Dinge beeindruckten uns ebenfalls. Hm, vielleicht werde ich in Zukunft auch das ein oder andere Elektroteil verschrotten und auf ein Stück Stoff kleben, sieht gut aus und man kann sich mal wieder richtig schön abreagieren. Trotz wunderschönen und sonderbaren Schnitten welche hoch mathematische Formeln benötigen um überhaupt erschaffen werden zu können kullerten die Tränen haufenweise. Ich fands trotzdem super und hier noch eine kleine Anmerkung an meine Sklaventreiber in München: Liebe Direktion München, dass wir nicht so der Burner in Modelismus sind ist Ihnen hoffentlich klar ;)
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Aber bloß nicht zu sehr beeindrucken lassen, von den krassen Stylomaten! Nur eine kleene Kritik am Text: das Wörtchen “kreativ” -is das net schon ganz schön ausgelutscht? Wie wärs mit innovativ,frisch,einfallsreich,originell (jaa gibts auch),gestalterisch,phantasiebegabt,neuartig oder meine Favs: ingeniös und schöpferisch?
Sonst aber wie immer sehr aufschlussreich,informierend,lehrreich,verdeutlichend,wissenswert…
nö ich mag das wort kreativ. das beinhaltet alle wörter die du da grad aufgezählt hast ;)
Touché !
ey hännah du glaubst gar nicht wie wir uns in modelismus weiterentwickelt haben während ihr weg seid..! :-)
oh mist….. dann lag es bestimmt an mir dass unsere klasse nicht konzentriert arbeiten konnte;P
vermiss euch
hannah sei beruhigt, ICH hab mich nicht weiterentwickelt…aber toll, dass ich hier erfahr, dass ich anscheinend die einzige zurückgebliebene bin…;)
wie lang is es denn noch??wann darf ich das “tage- zählen” anfangen??!?
ähm ja also am 15 mai komm isch wieder. so zwei wochen oder? wuuuaar kommen grade vom japanischen biertestabend bei der isa. wäääääääää pfuibaba. des isch it guat.