Am Samstag war ich mit Mille im neuesten Trendladen der Stadt: der Trend-Factory, dem ein oder anderen auch als “Schnickschnack-Laden” bekannt. Wir sind da ein wenig rumgebummelt, die Titte aus Gummi ausprobiert , uns gefragt, wofür die Sexbonbons gut sind und die Poster angesehen. Eins hat mir ganz besonders gut gefallen, auf denen vier junge hübsche Damen leicht bekleidet auf einem alten Sofa sitzen und lasziv in die Kamera kucken. Tja, Pech gehabt, aber kein Geld dabei. Also am Montag morgen gleich nach dem Aufstehen wieder in den Laden, die 6.95€ auf den Tisch geblättert und ab nach Hause mit dem Ding. Und wer diese Poster kennt, weiß, was das für eine nervenaufreibende Arbeit ist, das Ding unbeschadet auszupacken, es auszurollen, ohne dass das Ding Falten oder Risse bekommt und es dann so schön wie möglich an die Wand zu bekommen. Tja, so hing es dann. Ein wenig schief, nicht parallel zu den Wänden und nicht in der Mitte der freien Fläche. Verdammt, dabei hatte ich es schon mit zehn Stecknadeln fest an die Wand getackert, dass sich ja keine Stelle mehr einrollte. Also wieder ab mit dem Ding und tief in meinen Kopf geschaut. Auf dem Dachboden, ja, da war eine große Fläche aus Holz, einst die Unterfläche eines riesigen Bilderrahmens aus Glas, der durch meine Schusseligkeit allerdings nicht lange überlebte. Der wäre perfekt. Aber wie das Poster auf das Brett bekommen? Ausgeliefert wurde es damals mit einem großen Godzilla-Poster. Und wie war das befestigt? Ich schaute hin und sah: Eine Art Leim. Also wieder ab auf den Dachboden, mir eine Dose mit der Aufschrift “Teppich- und PVC-Leim”(das einzige Zeug, das irgendwie nach Leim aussah) und einen Spachtel geschnappt und auf den ehemaligen Bilderrahmen gepfeffert. Schön alles verschmiert und das Poster vorsichtig darüber gelegt. Doch das Poster wehrte sich und zog sich an seinen beiden Enden wieder zusammen. Das bedeutet, dass zwei der vier hübschen Tussen sofort mit Teppichleim befallen war und die anderen zwei nur um ihr Dasein bangend daneben sitzen konnten. Scheiße, schnell Tempos geholt, versucht, das Zeug irgendwie wieder von dem Poster zu bekommen, aber da machte sich der Fehler bemerkbar, das Klebezeugs alles andere als gleichmäßig verteilt zu haben und das Poster hob und verzog sich großflächig und der Leim lief auch noch links und rechts unter dem Poster hervor. Verdammt, schnell ab mit dem Ding, ich zog und ratsch, ja, da waren es plötzlich zwei Poster mit jeweils zwei Damen in weißer Unterwäsche. Und beide widerlich mit Leim beschmiert. Schnell wieder 6.95€ hervorgekramt, runter in den Laden gerannt, wieder das selbe Poster (Nummer 192, langsam wusste ich’s) geschnappt und ab zum Verkäufer, der mich ein wenig verdutzt ansah und wieder hoch in mein Zimmer. Poster ausgepackt, mit neun Stecknadeln an die Wand geknallt und hingesehen. Es hing ein wenig schief, nicht parallel zu den Wänden und nicht in der Mitte der freien Fläche. Stolz lehnte ich mich zurück.





